Berlin : Stadtbad statt Tropenhalle

Tropical-Islands-Leiter neuer Bäderbetriebe-Chef.

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Die Berliner Bäderbetriebe beginnen eine neue Ära. Am 1. Mai wird das langjährige Führungsgespann Klaus Lipinsky und Michael Schenk abgelöst. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wurde Ole Bested Hensing berufen. Er war zuletzt Geschäftsführer des Freizeitbades Tropical Islands – im Bild sieht man ihn bei der Übernahme des Jobs in Brand. Neuer Vorstand für Personal und Finanzen wird Annette Siering, die bisher bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land das Controlling leitete. Das hat der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe jetzt beschlossen.

Sportsenator und Aufsichtsratschef Frank Henkel (CDU) lobte das neue Führungsduo als „hervorragende Wahl“. Es bleibe das vorrangige Ziel des Senats, „ein breites und leistungsfähiges Bäderangebot“ zu sichern. Lipinsky und Schenk, die zehn Jahre lang an der Spitze des Unternehmens standen, dankte Henkel für die geleistete Arbeit.

Ole Bested Hensing wurde in Dänemark geboren. Er ging in Bremen zur Schule und studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin. Der 48-Jährige gründete mehrere Firmen. 2002 übernahm er die kommunale „Stadtservice Oranienburg“ und sanierte das zugehörige Freizeitbad. Seit 2005 leitete er Tropical Islands mit 600 Mitarbeitern. Nach schwerer Anfangsphase mit hohen Verlusten führte er das Freizeitbad in der ehemaligen Luftschiffhalle zum wirtschaftlichen Erfolg. Seine Bilanz als Spaßbad-Sanierer dürfte den Ausschlag für die Berufung auf den Chefposten gegeben haben. Mit 740 Mitarbeitern sowie 60 Hallen-, Frei- und Sommerbädern sind die Berliner Bäderbetriebe nach eigenen Angaben größter Badbetreiber Europas. Obwohl Ole Bested Hensing schon einen Vertrag bei den Stadtwerken Konstanz hatte, hielt er an der Bewerbung fest.

Die Bäderbetriebe erhielten zuletzt 42 Millionen Euro Zuschuss vom Senat für das laufende Geschäft. Mit dem neuen Mann ist die Hoffnung verbunden, dieses Defizit mittelfristig zu senken. Er soll mit neuen Attraktionen und Marketingideen die Einnahmen verbessern. Gleichzeitig muss er sicherstellen, dass der Schulsport nicht zu kurz kommt und die Eintrittspreise auch für Geringverdiener erschwinglich bleiben. Thomas Loy

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