Stadtentwicklung : Affen auf dem Kant-Dreieck

Vattenfall ließ die Werbung vom Dachsegel entfernen. Die geplante Aufstockung des Hochhauses an der Kantstraße bleibt unterdessen fraglich.

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In 54 Metern Höhe. Arbeiter entfernen die Werbung. Auf der anderen Seite erlaubten sie sich einen Scherz.  
In 54 Metern Höhe. Arbeiter entfernen die Werbung. Auf der anderen Seite erlaubten sie sich einen Scherz.  Foto: Kai-Uwe Heinrich

Hochkonzentriert demontierten zwei Fassadenkletterer am Freitag die Werbung am markanten Dachsegel des Hochhaus Kant-Dreieck an der Charlottenburger Kantstraße – nachdem sie sich dort am Vortag einen Scherz erlaubt und aus Resten des Schriftzugs „Vattenfall“ das Wort „Affen“ geformt hatten. Auf Verlangen eines Sicherheitsmanns war es damit nach etwa einer Stunde vorbei. Am Freitag verschwanden Logo und Name des Energieversorgers dann auch von der anderen Seite des silbernen Dachsegels.

Nach acht Jahren habe man den Werbevertrag aus verschiedenen Gründen nicht verlängert, sagte eine Vattenfall-Sprecherin. Ob und wann es wieder Reklame auf dem Kant-Dreieck geben werde, sei offen, sagte ein Mitarbeiter der Eigentümerfirma KapHag. Es gebe jedenfalls keinen Zusammenhang mit der politischen Debatte um eine Aufstockung des Gebäudes, mit der in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sei.

Architekt Josef Paul Kleihues hatte das 1995 eröffnete Bürohaus 72 Meter hoch geplant, erlaubt wurden aber nur 54 Meter. Damals gab es in der Umgebung noch keine anderen großen Bauten wie das Neue Kranzler-Eck oder das knapp 119 Meter hohe Zoofenster mit dem soeben eröffneten Waldorf-Astoria-Luxushotel.

Nach langem Hin und Her einigte sich der Stadtplanungsausschuss der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf schließlich im vorigen November darauf, sechs zusätzliche Etagen für das Kant-Dreieck zu akzeptieren. Als Bedingung nannten Vertreter der CDU und der Piratenpartei, es dürfe keine Werbung am Dachsegel mehr geben; SPD und Grüne wollen zumindest „städtebaulich störende“ Reklame verhindern. Ohne Werbung sei die Aufstockung jedoch unrentabel, heißt es von der KapHag. Zu einem geplanten Gespräch der Geschäftsführer mit Bezirksbaustadtrat Marc Schulte (SPD) ist es nach dessen Auskunft noch nicht gekommen.

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