Stadtentwicklung Berlin : Baut endlich in meiner Nachbarschaft!

Ein attraktives Grundstück für dringend benötigte Wohnungen? Ja, bei uns gibt es eins, schreibt unsere Autorin, die sich über die Ruinen am Bahndamm ärgert. Kennen Sie auch solche Beispiele?

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Hier tankt schon lange keiner mehr. Die olle Ruine nahe dem S-Bahnhof Charlottenburg in Halensee.
Hier tankt schon lange keiner mehr. Die olle Ruine nahe dem S-Bahnhof Charlottenburg in Halensee.Foto: Dorothee Nolte

Der Bauzaun am Bahndamm steht seit Jahren, dahinter sind die Büsche mannshoch gewachsen, und die Ruine einer Tankstelle bröckelt mitleiderregend vor sich hin. Warum wird hier nicht gebaut, am Kracauerplatz in Halensee, nahe dem S-Bahnhof Charlottenburg, hier, wo früher Autos betankt und repariert wurden?

Heute ist das ein attraktives Grundstück für dringend benötigte Wohnungen. Die Anwohner rätseln: Ist dem Investor das Geld ausgegangen? Wartet er ab, bis sich die denkmalgeschützte Tankstellenruine von alleine erledigt hat? Streiten sich Investor und Bauamt?

Ähnliche Fragen stellen sich vielleicht die Anwohner der Potsdamer Straße/Ecke Alvenslebenstraße: Dort gähnt ein leeres Eckgrundstück vor sich hin und sehnt sich offenbar seit Kriegsende nach einem Haus. Es gibt viele Stellen in der Stadt, denen eine Bebauung guttäte, ohne dass man dafür Kleingärten, Spielplätze oder Erholungsflächen opfern muss.

Neuer Schwung für die City West
Es tut sich was in der City-West: Neue Hotels, Bars und Restaurants eröffnen und sorgen für neuen Schwung in der bisher nicht gerade als Szene-Kiez bekannten Gegend. Wird die City-West jetzt die neue Torstraße?Weitere Bilder anzeigen
1 von 54Foto: Timur Emek/Promo
07.06.2014 14:28Es tut sich was in der City-West: Neue Hotels, Bars und Restaurants eröffnen und sorgen für neuen Schwung in der bisher nicht...

Der Kracauerplatz in Charlottenburg jedenfalls würde erst richtig zum Platz, wenn die Brache mit einem Wohnhaus bebaut wäre – und wer vorbeigeht, träumt von einem Café im Tankstellenrest. Wenige hundert Meter weiter, direkt am S-Bahnhof Charlottenburg, Ecke Lewishamstraße, sah es vor wenigen Jahren noch genauso aus wie jetzt am Kracauerplatz: Brache, Schafgarbe, Langeweile. Heute steht dort, orange leuchtend und balkongeschmückt, ein Seniorenheim mit angeschlossener Kita, das sich mit Bänken und Blumenkästen auf dem Gehweg freundlich den Passanten öffnet. Bebaut Brachen! Für altes Leben, junges Leben, überhaupt Leben.

Kennen Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch solche Brachflächen im Kiez, die dringend bebaut werden müssten? (Es muss ja nicht gleich ein Gelände wie der Flughafen Tempelhof sein). Wir sind gespannt auf Ihre Hinweise. Bitte nutzen Sie dafür die Kommentarfunktion.

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