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Stadtentwicklung : Großinvestor sichert sich Prestigeprojekt am Leipziger Platz

Eine Investmentfirma aus London hat offenbar die künftige Einkaufsmeile am Leipziger Platz erworben. Der Bau muss aber noch fertig gestellt werden. Um ein benachbartes Grundstück gibt es derweil noch Ärger.

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Der Leipziger Platz - in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Platz.
Der Leipziger Platz - in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Platz.Foto: Mike Wolff

Ein arabischer Großinvestor sichert sich offenbar eines der wichtigsten und wertvollsten Quartiere Berlins: das spektakuläre Kaufhausprojekt auf dem früheren Wertheim-Areal am Leipziger Platz. Und nebenan soll eine der beiden letzten Baulücken des Platzes geschlossen werden.

Die „Arab Investments Limited“ führt den Leipziger Platz 12 bereits als Eigentum auf ihren Internetseiten auf. Der Verkauf des Projektes mit einer Fläche von 148 000 Quadratmetern dürfte aber – wie auch bei anderen unvollendeten Vorhaben üblich – unter Vorbehalten stehen: Entwickler Harald G. Huth muss die Einkaufspassage erst einmal fertigstellen und voll vermieten. Am 17. August wird erst der Grundstein gelegt. Huth jedenfalls erklärte zu dem Deal auf Anfrage nur knapp: „Die Eigentümergesellschaft gehört uns mit 65 Prozent.“ Zu seinen Partnern äußerte er sich nicht.

Die Firma Arab Investments hatte vor zwei Jahren bereits das „Quartier am Auswärtigen Amt“ in Mitte für 57 Millionen Euro erworben. Auch das höchste Bauwerk, das zurzeit in London entsteht, der 93 000 Quadratmeter große „Pinnacle- Tower“, zählt zu ihren Projekten. Arab Investments ist in London ansässig und legt Scharia-konforme Fonds für Anleger aus dem mittleren Osten auf. Diese dürfen nicht in Alkohol, Tabak, Erotik, Glücksspiel, Musikindustrie und Waffenhandel investieren und keine Zinsgeschäfte abschließen.

Blick gen Osten. So geschlossen soll der Platz einmal aussehen.
Blick gen Osten. So geschlossen soll der Platz einmal aussehen.

Partner kann Huth gut gebrauchen, denn er entwickelt an der Berliner Topadresse zwei weitere Grundstücke: den Leipziger Platz 16, eine unmittelbar am „Oktogon“ gelegene Baulücke, sowie das Quartier zwischen Leipziger und Voßstraße, das östlich an das Wertheim- Areal anschließt.

Beobachter des Verkaufskarussells an Berlins erster Adresse sorgen sich allerdings um das Schicksal des Eckgrundstücks auf der Westseite des Leipziger Platzes an der Ebertstraße. Seit etwa einem Jahrzehnt steht dort eine Fassadenattrappe, ausgerechnet am besonders prominenten, zum Potsdamer Platz orientierten Abschluss des Achtecks. Und nichts deutet auf einen Baubeginn: „Unserem Haus liegen keine Informationen über die Planungen und die Absichten vor“, hieß es bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dasselbe gelte für die bezirkliche Bauaufsicht.

Eigentümer dieses Grundstückes ist die „Infinorsa“ mit Sitz in Madrid. Auf Anfrage hüllte sich die Firma in Schweigen über ihre Pläne. Auf der Internetseite ist zu lesen, dass das Unternehmen seit 1974 besteht und in Berlin etwa Immobilien am Kurfürstendamm sowie in der Tauben- und der Mohrenstraße in Mitte besitze. Das Kapital stamme von „institutionellen Investoren“ wie Versicherungen. Doch dem Vernehmen nach will die Infinorsa gar nicht selbst bauen, sondern spekuliert darauf, dass der Wert des prominenten Grundstückes weiter steigt.

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