Stadtentwicklung in Berlin-Schöneberg : Geht’s auch ’ne Nummer schmaler?

Die Gegend zwischen dem Wittenbergplatz und dem Nollendorfplatz ist vom Verkehr geprägt. Bald soll es dort schöner werden – und die Meinungen der Bürger sind gefragt.

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Anfang der City West. Künftig soll bereits der Nollendorfplatz als Eingang zur westlichen Innenstadt fungieren.
Anfang der City West. Künftig soll bereits der Nollendorfplatz als Eingang zur westlichen Innenstadt fungieren.Foto: Thilo Rückeis

Schön ist es nicht auf den 750 Metern zwischen Wittenbergplatz und Nollendorfplatz in Schöneberg. Zumindest darin waren sich Politiker, Fachleute und das Publikum am Donnerstagabend einig bei einer Bürgerveranstaltung in der Urania. Durch autogerechte Planungen aus den 1960er Jahren seien „überdimensionierte“ Straßen entstanden, sagte Siegmund Kroll, Stadtplanungsamtsleiter von Tempelhof-Schöneberg. Fußgänger und Radfahrer müssten in der „verkehrsumtosten“ Gegend eine „Riesen-Durststrecke absolvieren“, fand Heinz Tibbe vom Stadtplanungsbüro „Gruppe Planwerk“. Nun will Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Grüne) die „Sünden der Vergangenheit heilen“.

Die gute Nachricht lautete, dass es ab 2015 dafür Chancen gibt, denn der Senat hat Fördergelder in Aussicht gestellt. „Noch endet die City West offiziell am Wittenbergplatz“, sagte Klotz. Künftig solle bereits der Nollendorfplatz als deren „östlicher Eingangsbereich“ fungieren.

Viel Asphalt. Die Kreuzung Kleiststraße / Straße An der Urania, rechts geht es in die Martin-Luther-Straße. Für den breiten Mittelstreifen gibt es nun Nutzungsideen.
Viel Asphalt. Die Kreuzung Kleiststraße / Straße An der Urania, rechts geht es in die Martin-Luther-Straße. Für den breiten...Foto: Cay Dobberke

Dirk Spender vom Regionalmanagement City West will „öffentliche Räume beleben“ und das „Image des Gebiets verbessern“. Durch die Reihe von Hotels – das neueste will die spanische Riu-Gruppe 2014 mit mehr als 350 Zimmern im einstigen Philips-Hochhaus neben der Urania eröffnen – seien bereits viele Touristen unterwegs.

Erste Ideen stellte nun die vom Bezirk beauftragte „Gruppe Planwerk“ vor. Demnach sollten die Fahrbahnen in der Kleiststraße, im Schöneberger Teil der Lietzenburger Straße und an der Kreuzung zur Martin-Luther-Straße etwas schmaler werden. Der gewonnene Raum könne entweder für breitere Gehwege oder für größere Mittelstreifen genutzt werden. In der Kleiststraße stehen ohnehin Bauarbeiten auf dem Mittelstreifen bevor, denn die BVG will an dieser Stelle ihre Sanierung der U-Bahn-Tunnel fortsetzen, die auf der Tauentzienstraße beendet ist und dort bereits zu einer umstrittenen Neugestaltung des Mittelstreifens geführt hatte.

Um Mittelstreifen attraktiv zu machen, müsse auch etwas geboten werden, fand Tibbe und nannte als Beispiel eine „Outdoor-Galerie“ für temporäre Ausstellungen. Auf dem jetzt schon breiten Mittelstreifen der Straße An der Urania sei auch ein Markt mit festen Pavillons denkbar. Darüber hinaus sollen Grundstücke Investoren für Neubauten überlassen werden. Bürgermeinungen sind weiterhin gefragt, die Debatte geht am 20. August ab 18.30 Uhr in der Urania weiter.

- Informationen gibt es beim Regionalmanagement unter www.berlin-city-west.de und beim Bezirksamt unter www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/organisationseinheit/stadtentwicklung/aktuelles.html

Der Bezirk plant auf seiner Webseite auch eine Dokumentation der Veranstaltungen.

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