Stadtentwicklung : Mieter für Hochhaus am Zoo gesucht

09.10.2012 11:40 Uhrvon und
Noch ein Turm. Das Hochhaus „Upper West“ (Mitte) entsteht neben der Gedächtniskirche und dem fast fertigen „Zoofenster“, in dem bald das Luxushotel Waldorf-Astoria eröffnen soll. Simulation: promo
Noch ein Turm. Das Hochhaus „Upper West“ (Mitte) entsteht neben der Gedächtniskirche und dem fast fertigen „Zoofenster“, in dem bald das Luxushotel Waldorf-Astoria eröffnen soll. - Simulation: promo

Berlin im Angebot: Auf der am Montag in München eröffneten Immobilienmesse Expo Real vermarktet der Liegenschaftsfonds landeseigene Grundstücke, während Investoren ihre Projekte vorstellen – darunter das zweite Hochhaus am Breitscheidplatz, dessen Bau noch im Herbst beginnen soll.

Der Projektentwickler Strabag nennt das knapp 119 Meter hohe geplante Gebäude zwischen Gedächtniskirche, Kurfürstendamm und Kantstraße nicht mehr „Atlas-Tower“, sondern „Upper West“. Neu ist auch eine „netzartige“ weiße Fassade für den vom Architekten Christoph Langhof entworfenen Turm. Um Büromieter wirbt das Unternehmen nun bei der Messe, auch ein Hotel gilt als möglich. Die Reste des alten Schimmelpfeng- Hauses müssen weichen und die Läden bis November ausziehen. Die Strabag will 250 Millionen Euro in das Bauprojekt investieren.

Auf der gegenüber liegenden Seite der Kantstraße steht bereits das neue und gleich hohe „Zoofenster“.

Im Laufe des Herbstes soll darin das Luxushotel Waldorf-Astoria eröffnen.

Insgesamt präsentieren 32 Aussteller aus Berlin und Brandenburg ihre Immobilien auf der größten europäischen Messe dieser Art. Der Berliner Liegenschaftsfonds kann dabei mit der „Alten Münze“ wuchern. Über 70 Jahre lang wurde in der Geldfabrik auf dem 8500 Quadratmeter-Areal am Spreeufer erst die Reichsmark und später auch der Euro geprägt. In den vergangenen Jahren wurde das denkmalgeschützte Ensemble mit gigantischen Tresorräumen für Veranstaltungen genutzt. Was dort in Zukunft zu finden sein wird, ist unklar. Wohnungen, Büros, Hotels oder Gastronomie sind möglich. Verkauft wird noch an den Höchstbietenden, das soll sich bald ändern.

Vor zwei Wochen hatte der Senat das Konzept zur „Transparenten Liegenschaftspolitik“ beschlossen. Es sieht vor, landeseigene Grundstücke nicht mehr möglichst gewinnbringend an den Meistbietenden zu verkaufen, sondern den Bietern mit dem besseren Nutzungskonzept den Zuschlag zu gewähren. Zum Beispiel um preisgünstige Wohnungen zu bauen. Doch noch wird beim Liegenschaftsfonds nach alter Satzung gearbeitet, erklärte Sprecherin Irina Dähne. Die Änderung sei noch nicht wirksam.

So steht neben der „Alten Münze“ auch das 27 900 Quadratmeter große Areal der ehemaligen Polizeistation in der Malteserstraße in Lankwitz zum Verkauf. Auch am Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain wird ein neuer Besitzer für die alte Polizeiwache gesucht. Zu haben ist außerdem die ehemalige Frauen- und Poliklinik in der Pulsstraße in Charlottenburg sowie der Parkplatz am Internationalen Congress-Centrum (ICC), auf dem ein Kongresshotel entstehen soll. In Buckow werden 16 Hektar Bauland im Grünen angeboten.

Über die erwarteten Einnahmen auf der Immobilienmesse schweigt sich der Liegenschaftsfonds aus. Man wolle den kommenden Bieterverfahren nicht vorgreifen, hieß es.

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