Stadtentwicklung : Neue Ideen für Olympiapark gesucht

Betreiber, Nutzer und Senat wollen das Areal entwickeln. 2013 soll ein Rockfestival am Maifeld stattfinden.

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Sprung in die Zukunft. Das Olympiabad verrottet. Die Stadionarchitekten von gmp wollen seit Jahren auch dieses Bauwerk umbauen – und überdachen. Foto: Thilo Rückeis
Sprung in die Zukunft. Das Olympiabad verrottet. Die Stadionarchitekten von gmp wollen seit Jahren auch dieses Bauwerk umbauen –...

Der Olympiapark mit seinen großen und kleinen Stadien, Gebäuden und Freiflächen umfasst gleich fünf eigene Welten. Fünf Welten wie fünf olympische Ringe. So viele hat das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner auf dem 130 Hektar großen Gelände gefunden und in einer neuen Studie benannt. Eine Welt des Mythos, eine des Events, eine Welt des Wassers, eine der Vereine und eine der Gesundheit. Mit dieser Studie wollen die Olympiastadion GmbH, der Senat und Hertha BSC als Hauptnutzer des Stadions den Olympiapark weiterentwickeln. „Die Sportwelt beneidet Berlin um dieses Juwel. Aber es fehlt etwas Übergeordnetes, eine Leitidee“, sagte Herthas Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Schiphorst bei der Vorstellung der Studie.

Auf dem Gelände ist die Zeit seit den Olympischen Spielen von 1936 unterschiedlich schnell vergangen. Das Olympiastadion selbst ist durch die Sanierung für die Fußball-WM 2006 längst in der Moderne angekommen, in anderen Bereichen wie dem Schwimmstadion mit den gesperrten Tribünen ist die Zeit fast stehen geblieben. „Der Zustand auf dem Gelände reicht von hochprofessionell bis provisorisch“, sagte Schiphorst, der die Idee zu einem Austausch mit Stadion GmbH, Senat und den Architekten von Gerkan, Marg und Partner (GMP) hatte, um für das Areal neue Pläne zu schmieden.

Gerade das Schwimmstadion, also die Welt des Wassers, soll auf den Weg Richtung Gegenwart gebracht werden. „Man könnte das Stadion überdachen und ein Hallenbad daraus machen. Ein großes, modernes Freizeitbad wäre auch denkbar“, sagte Jochen Köhn von GMP.

Die Welt des Wassers schließt auch noch ein anderes Becken und Freiflächen ein, Platz genug für ein Spaßbad oder eine Therme wäre jedenfalls. Für andere Bereiche wie das Reiterstadion oder das Hockeystadion lassen sich ohne das Interesse für Sportveranstaltungen nur schwer neue Konzepte finden. 50 verschiedene Nutzer gibt es auf dem Gelände, vor allem Sportvereine. Das ist die Welt der Vereine. Die Welt der Gesundheit umfasst auch die Pferdeställe, die Welt des Mythos erstreckt sich fast auf das ganze Gelände, denn überall steckt Geschichte drin. Die Welt der Events meint vor allem das Olympiastadion selbst und die Waldbühne, aber auch für das Maifeld gibt es Pläne. „Wir würden gerne ab 2013 ein großes Rockfestival veranstalten mit der Musik im Stadion und dem Maifeld als Campground. Dazu führen wir schon erste Gespräche“, sagte Joachim Thomas, der Geschäftsführer der Olympiastadion GmbH. Er kann sich auch ein Hotel am Olympiapark vorstellen, um die Infrastruktur zu verbessern. Der Umzug der Poelchau-Schule – eine sogenannte Eliteschule des Sports – wird seit Jahren geplant.

Der Senat als Eigentümer des Geländes will für Veränderungen bis 2017/2018 insgesamt 70 Millionen Euro zur Verfügung stellen. „Das muss allerdings noch konkretisiert werden“, sagte Thomas Härtel, der für Sport zuständige Staatssekretär. Der Senat habe jedoch nicht die Absicht, auch nur Teile des Geländes zu verkaufen. „Es geht ums gemeinsame Entwickeln.“ Jetzt wollen die Beteiligten erst einmal Ideen sammeln und wie Schiphorst sagte: „ohne die Zwänge von Ausschreibungen die Phantasie spielen lassen.“ Friedhard Teuffel

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