Stadtentwicklung : Senat kauft Riesenrad-Grundstück zurück

15.07.2012 00:00 Uhrvon
Nichts dreht sich. Ende August läuft die letzte Frist für das Riesenrad-Projekt am Zoo ab. 2008 stellte Klaus Wowereit den Plan fürs Freizeitvergnügen in der City West vor. Nun will der Senat das Grundstück zurück. Foto: Peters Foto: Guenter Peters
Nichts dreht sich. Ende August läuft die letzte Frist für das Riesenrad-Projekt am Zoo ab. 2008 stellte Klaus Wowereit den Plan fürs Freizeitvergnügen in der City West vor. Nun... - Foto: Guenter Peters

Auf Vorschlag des Finanzsenators wird ein Schlussstrich unter das gescheiterte Riesenrad-Projekt am Zoo gezogen. Gleichzeitig will ein ehemaliger SPD-Funktionär seine Schwebebahn-Idee wiederbeleben.

Der Blick schweift weit über den Zoo und das satte Grün des Großen Tiergartens. Im 15. Stock des Bürohauses am Hardenbergplatz 2 kann man den Elefanten aufs breite Haupt schauen. Dort oben residiert Michael Waiser, der eine Firma leitet, die gleich um die Ecke, in der Charlottenburger Hertzallee, ein 175 Meter hohes Riesenrad bauen wollte. Aber das spektakuläre Geschäft kam über den ersten Spatenstich des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) am 3. Dezember 2007 nicht hinaus. Deshalb will der Senat noch im August dieses Jahres beschließen, das 1,3 Hektar große Grundstück zurückzukaufen.

Bildergalerie: Wie das Riesenrad am Zoo einmal aussehen sollte

Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) stimmt die Kabinettsvorlage derzeit mit der Stadtentwicklungsbehörde ab. Auch der Bezirk Mitte muss einbezogen werden, um einen neuen Bebauungsplan aufzustellen. Noch ist die „Great Berlin Wheel“ Eigentümer der grün überwucherten Brache hinter der Endhaltestelle für BVG-Busse. Dort stand früher der Wirtschaftshof des Zoologischen Gartens, der für 16,8 Millionen Euro aus der Landeskasse verlegt werden musste. Doch am 31. August läuft die allerletzte Frist für den Bau des imaginären Riesenrads ab. Dann hat der Senat noch zwei Monate Zeit, um sein Rücktrittsrecht wahrzunehmen. Er wird es tun. Und dabei den Kaufpreis für das Areal mit den Kosten für den Wirtschaftshof und anderen finanziellen Belastungen verrechnen.

Zwar streut der gescheiterte Projektmanager Waiser immer noch gezielt Gerüchte, dass er einen Investor an der Hand habe, der 120 Millionen Euro für das Aussichtsrad in der City-West beschaffen könne. Doch in der Finanz- und der Stadtentwicklungsverwaltung schüttelt man nur irritiert den Kopf. Da hilft es auch nichts, dass Waiser einen gut vernetzten Kenner der Berliner Immobilienbranche in sein Büro holte: Horst-Achim Kern, dem die kleine Projektentwicklungsfirma Prohacon gehört.

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