Stadtflughafen : Strikt gegen Tempelhof

Berlin und Brandenburg werden den Landesentwicklungsplan nicht zugunsten des Flughafens Tempelhof ändern. Der Regierende Bürgermeister verteidigte die geplante Schließung.

Berlin und Brandenburg werden den Landesentwicklungsplan nicht zugunsten des Flughafens Tempelhof ändern. Das berge neue Prozessrisiken, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gestern auf dem SPD-Landesparteitag. „Wir lassen uns den Großflughafen in Schönefeld (BBI) nicht durch die Klientelpolitik einiger Leute kaputt machen.“ Die Schließung Tempelhofs werde „trotz aller Kampagnen“ durchgesetzt. Den als Gastredner anwesenden Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) erinnerte Wowereit daran, dass die drei BBI-Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund seit 1996 gemeinsam den Konsensbeschluss für einen Single-Flughafen in Schönefeld durchgesetzt hätten. Er könne verstehen, so Wowereit, dass der Bund das Flughafengebäude in Tempelhof nicht als Kostenträger behalten wolle. Aber das Bundesfinanzministerium solle doch „nicht so schizophren sein, im BBI-Aufsichtsrat sämtliche Beschlüsse mitzutragen und gleichzeitig öffentlich zu sagen, man wolle Tempelhof offenhalten“, sagte Wowereit an die Adresse Steinbrücks. „Das habe ich doch nie gesagt“, rief der Bundesminister lachend dazwischen. Und er sei ja auch nicht gegen den Schließungsbeschluss vor das Verwaltungsgericht gegangen.

Tempelhof ist am Donnerstag Thema im Bundestag. Auf der Tagesordnung steht ein fraktionsübergreifender Antrag, in dem mehr als 100 Abgeordnete einen Weiterbetrieb bis zur Fertigstellung des Großflughafens BBI 2011 fordern. Eine Schließung gefährde die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung Berlins. Zudem gebe es noch kein tragfähiges Konzept für die weitere Nutzung des Areals, vertreten die Unterstützer, hauptsächlich aus Union und FDP. Unterschrieben haben aber auch drei SPD-Politiker und eine Grünen-Abgeordnete . za

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