STADTMENSCHEN   : Am seidenen Faden Jenseits der Popkomm Gut gebrüllt, Löwe!

Normalerweise trägt Klaus Wowereit seine Krawatten mit doppeltem Windsorknoten. Aber am Freitagnachmittag bekam er in Kreuzberg zum rosa Hemd den asymmetrischen Kanzlerknoten verpasst. Mit Romantikerfalte. Der Regierende Bürgermeister hat sich in den Hinterhof begeben, in die Krawattenmanufaktur Edsor Kronen. Beherzt schüttelt er die Hände der Näherinnen, lächelt für die reichlich angereisten Fotografen und lässt sich von dem quirligen Juniorchef Jan Henrik Scheper-Stuke umschmeicheln. Aus einem Berg von Seidenstoffen sucht er sich einen dezent gestreiften in den Farben Blau und Silber aus. Allen Überredungsversuchen, es mit Lila zu probieren, widersteht er. Aus dem Stoff wird ihm live eine neue Krawatte genäht. Als der Gastgeber ihm für den Zuschnitt die „ Bankerbreite“ empfiehlt, tauft er die kurzerhand in „Politikerbreite“ um. Wie viele Krawatten er besitzt? „Viele, ich schmeiß ja nichts weg“. Lieblingslabel? „Das entwickelt sich doch gerade“. Er will sich aber auf die Kreuzberger Krawatte auch nicht festlegen. „Wir sind ja kosmopolitisch hier.“ Für den Abend hatte der kreative Kopf des Hauses, Günther Stelly, anlässlich der Ausgabe „Best of Germany“ von AD Architectural Digest 120 Gäste in seine ganz im chinesischen Stil gehaltene Charlottenburger Wohnung zum Cocktail eingeladen. Zwischen chinesischer Kunst und ungefähr 200 Ming Vasen wurde auch Wowereit wieder erwartet. Bi

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