43 Millionen Euro-Jackpot : Der Lotto-Sturm

Mehr als doppelt so viele Lottoscheine als an einem Mittwoch üblich wurden deutschlandweit ausgefüllt. Allein in Berlin sollen 450.000 Tipper auf ihr Glück hoffen. Ob die Mittwochsziehung neue Lotto-Millionäre hervorgebracht hat, wird erst am Vormittag bekannt gegeben.

Alle wollen den Lotto-Jackpot. 43 Millionen Euro winken dem glücklichen Gewinner. Allein in Berlin ist der Andrang an den Lotto-Annahmestellen riesig: Bis zu 450.000 Spielanträge werden erwartet, was doppelt so viele wäre wie normalerweise beim Mittwochslotto üblich. Deutschlandweit hatten die Spieler mehr Geld eingesetzt als je zuvor beim Mittwochslotto. Bereits am  Nachmittag kletterte der Einsatz nach Angaben des Deutschen Lotto- und Totoblocks über die 100-Millionen-Euro-Grenze. Damit wurde der bisherige Rekordeinsatz von 96,7 Millionen Euro an einem Mittwoch aus dem Jahr 2004 deutlich übertroffen.

Ob ein neuer Lotto-König gefunden wurde, wird aber erst am Donnerstagvormittag aufgeklärt. So lange werden die Ergebnisse von den Lottogesellschaften in den 16 Bundesländern in Hamburg zusammengetragen. Bekanntgegeben wird das Ergebnis von der zurzeit federführenden Lotto-Gesellschaft in Stuttgart. Hat erneut kein Tipper die sechs richtigen Zahlen angekreuzt und zusätzlich die
richtige Superzahl auf seinem Tippschein aufgedruckt, dann wächst der Topf für die Samstagsziehung weiter an - vielleicht auf mehr als 50 Millionen Euro.

An den 24.500 Annahmestellen drängten sich vor allem am Nachmittag die Glücksjäger. Je näher die Ziehung rückte, desto enger wurde es an den Tischen. Immerhin sprach einiges für den Mittwoch, denn schließlich wurden die meisten deutschen Mega-Jackpots an einem Mittwoch geknackt. Doch mit dem Einsatz am Samstag kann der Mittwoch nicht mithalten: Zur Ziehung am vergangenen Wochenende setzten die Tipper 150 Millionen Euro ein.

Die geringe Chance von 1 zu 140 Millionen schreckt niemanden

Im Schnitt lagen die Wetteinsätze im vergangenen Jahr am Samstag bei 67 Millionen Euro, am Mittwoch bei 29 Millionen Euro. "Es ist der Traum von finanzieller Unabhängigkeit. Er ist stärker als alle Wahrscheinlichkeitsrechnungen", erklärte Klaus Sattler, Sprecher der
baden-württembergischen Lotto-Zentrale in Stuttgart, den Boom. Die geringen Chance auf den Gewinn des Jackpots, die bei 1 zu 140
Millionen lieg, schrecke anscheinend nur Wenige.

Der Jackpot hat sich mittlerweile über zwölf Lottoziehungen angesammelt. Am Mittwoch stand um 18.50 Uhr die 13. Ziehung auf dem
Programm - und noch nie in der deutschen Lotto-Geschichte ist der Jackpot in 13 aufeinanderfolgenden Ziehungen nicht geknackt worden. Der Deutsche Lottoblock rechnete mit einem Fünftel mehr Spielern als am vergangenen Mittwoch als 13 Millionen Scheine abgegeben wurden.

Die ersten Gewinner stehen schon fest: Den Annahmestellen bescherte das Lotto-Fieber nach einem bisher mageren Jahr nun ein
kräftiges Einnahmeplus. Mit den derzeit höheren Einnahmen könne das von Januar bis Oktober aufgelaufene Minus von acht Prozent ausgeglichen werden, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Toto- und Lotto-Verkaufsstellen Deutschland, Hermann  Teckenburg. Nach seinen Angaben erhalten die Stellen im Durchschnitt sechs Prozent des Spieleinsatzes als Provision. "Wir freuen uns, dass wir mit den erhöhten Provisionen die Kosten decken können, die im Laufe des Jahres entstanden sind. Wir brauchten das
auch." (ctr/dpa) 

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