Abenteuer Lesen : Premiere für "Tintenherz"-Film

Die Verfilmung des Buchs „Tintenherz“ feierte am Dienstag Premiere. Am Potsdamer Platz signierten Buchautorin Cornelia Funke und die Darsteller um Hollywood-Star Brendan Fraser fleißig kostenlose „Tintenherz“-Bücher.

Andreas Conrad
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Die Stars. Brendan Fraser und Eliza Hope Bennett bei der Premiere. -Foto: dpa

Das nennt man eine Punktlandung: Am gestrigen Dienstag wurde den Berliner Viertklässlern offiziell per Iglu-Studie attestiert, im Bundesdurchschnitt beim Lesen fast die Letzten zu sein. Und genau an diesem Tag feierte abends am Potsdamer Platz der Film „Tintenherz“ Weltpremiere, in dem es doch vor allem um eines geht: das Abenteuer Lesen. Und damit nicht genug: Als wollten die Filmleute noch ein Extrazeichen der Hoffnung setzen in der Zeit bücherferner Tristesse, hatten sie am Rand des roten Teppichs eine Bibliothekswand aufgebaut – als Einstimmung auf den bibliophilen Kinoabend. Vor dieser Kulisse ließen sich Buchautorin Cornelia Funke, Regisseur Iain Softley und die Darsteller Brendan Fraser, Paul Bettany und Eliza Hope Bennett nieder, um fürs Pemierenpublikum fleißig kostenlose „Tintenherz“-Bücher zu signieren.

Die Autorin hatte sich den Fuß verstaucht

Cornelia Funke, die noch immer an einem bei der „Bambi“-Verleihung verstauchten Fuß laboriert, schien es schon besser zu gehen als noch am Montag während des Interviewmarathons, bei dem Hauptdarsteller Fraser Zeit fand, ihr eine professionellere Eisbandage zu besorgen. So konnte er ihr ein weiteres Mal behilflich sein, hatte er sie doch schon – eine von ihr (wie auch ihm) gern erzählte Geschichte – besonders durch seine „außergewöhnlich schöne und ausdrucksstarke Stimme“ zur Figur des Mortimer Folchart inspiriert. Der kann durch Vorlesen aus jedem Buch dessen fiktionales Personal ins wirkliche Leben rufen – eine Fähigkeit mit Tücken. Und sogar vererbbar ist, übertragen auf Töchterlein Meggie, deren Darstellerin Eliza Hope Bennett auch überraschende stimmliche Qualitäten zeigte: Sie singt den Schlusssong des Films.

Premiere zur kinderfreundlichen Zeit

Vor der Filmvorführung im Cinestar unterm Sony-Zeltdach – kinderfreundlich am frühen Abend – war in einem Teil des dortigen Weihnachtsmarkts zum Empfang gebeten worden. Ein hübscher Rahmen mit dem üblichen Adventsangebot, dazu zur „Tintenherz“-gerechten Unterhaltung ein paar Feuerjongleure, eine Vorlese-Jurte und ein Gaukler mit Frettchen.

Es war abzusehen, dass niemand der Hauptbeteiligten sich vor Mitternacht zur Ruhe legen würde, denn dann galt es, Glück zu wünschen. Schließlich feiert Cornelia Funke an diesem Mittwoch ihren 50. Geburtstag, zu dem Kulturstaatsminister Bernd Neumann schon gestern gratulierte und ihren „schier unfassbaren Erfolg“ würdigte. „Wann immer hier in Deutschland über Lesen und Leseförderung von Kindern und Jugendlichen debattiert wird, sollte eigentlich Ihr Name fallen“, schrieb Neumann. Nun, dazu gibt es gerade in diesen eiskalten Iglu-Tagen hinreichend Gelegenheit.

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