Abgesagte Party : Goya-Betreiber wehrt sich

Der Betreiber des "Goya" wehrt sich gegen den Vorwurf des Rassismus und kündigt seinerseits eine Klage gegen den Veranstalter der Party an.

Andre Görke

"Goya"-Betreiber Stephan Gerhard hat die gegen ihn erhobenen Diskriminierungs- und Rassismusvorwürfe als "absurd" zurückgewiesen. Die ethnische Herkunft eines Kunden sei für ihn weder Grund zur Diskriminierung noch zur Privilegierung, betonte der Geschäftsführer der Treugast Solutions Group in Berlin.

Der Veranstalter Alkan Kama hatte dem "Goya"-Team Rassismus vorgeworfen, da das Management am Abend des 30. Juni Gästen den Einlass in den Club verwehrt hatte. Gerhard nannte "zwingende Gründe", die den Mitarbeitern keine andere Wahl gelassen hätten. Zum einen sei Kama am Veranstaltungsabend seiner vertraglichen Pflicht nicht nachgekommen, eine Haftpflichtversicherung vorzulegen. "Ohne diesen Versicherungsnachweis können wir keine Gäste hereinlassen", unterstrich Gerhard.

Spontane Planänderung: Türkische Party statt Indien-Abend

Zum anderen habe Kama den ursprünglich geplanten Indien-Abend mit Bühnenvorführungen mangels Nachfrage in eine türkische After-Show-Party zum "Türkischen Tag" abgewandelt. Davon hätten die "Goya"-Betreiber erst am Veranstaltungsabend eine Stunde vor dem geplanten Einlass erfahren.

Eine solche Party erfordere ein ganz anders Sicherheitskonzept, das so schnell nicht habe realisiert werden können, sagte Gerhard. Jeder dieser beiden Gründe hätte daher für sich alleine die Absage der Veranstaltung erzwungen.

Der Münchner Treugast, die auch das "Tempodrom" in Berlin betreibt, ist nach Gerhards Angaben ein "hoher Imageschaden" sowie ein Umsatzverlust durch ausgefallene Bewirtung von rund 13.000 Euro entstanden. Gegen Kama sei eine Klage wegen Vertragsbruchs in Vorbereitung. (mit ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar