Stadtleben : Advent ohne Zauber Erstklassiges Engagement

Sponsoren sparen: Keine leuchtenden Brunnen, keine Eislaufbahn auf dem Bebelplatz

Daniel Stender
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Foto: DavidsDAVIDS/Darmer

Die Vorweihnachtszeit könnte in diesem Jahr in Berlin ein wenig an Glanz verlieren. Denn anders als in den vorherigen sieben Jahren wird der Stromkonzern Vattenfall 2009 die Beleuchtung von Berlins wichtigsten Brunnen nicht mehr finanziell unterstützen. „Wir überarbeiten gerade das Sponsoring-Konzept und setzen andere Schwerpunkte“, erklärt Vattenfall-Sprecher Hannes Hönemann. Die weihnachtliche Straßenbeleuchtung Unter den Linden wird Vattenfall aber weiterhin unterstützen. Auf dem Kurfürstendamm sponsert die Wall AG auch in diesem Jahr wieder die Straßenbeleuchtung.

Lichtkünstler Nils R. Schultze ist trotzdem enttäuscht, dass die Weihnachtsbrunnen in diesem Jahr nicht leuchten werden: „Das ist schade um das schöne Projekt", sagt Schultze. Im vorigen Jahr hatte er an jedem Adventssonntag die Brunnen am Pariser Platz, Viktoria-Luise- Platz, am Märkischen Museum und am Kreuzberger Wrangelbrunnen mit Lichtinstallationen geschmückt.

Ein Sponsor fehlt auch für die Eislaufbahn am Bebelplatz „Ohne den geht natürlich nichts“, sagt Veranstalter Francesco Mazuhn. Also fällt der Spaß dieses Jahr aus – anders als in der Montagausgabe irrtümlich gemeldet. Mehrere Jahre lang hatte der Mobilfunk-Konzern Vodafone die 700 Quadratmeter große Eisfläche unterstützt, auf der hunderte Menschen sich in der Vorweihnachtszeit zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen trafen. „Unser Unternehmen möchte in diesem Jahr einmal etwas Neues ausprobieren. Immerhin gibt es in Berlin noch viele Eisbahnen", sagt Vodafone-Sprecher Dirk Ebrecht, das Unternehmen bereite gerade ein anderes Projekt für die Vorweihnachtszeit vor. Das Vodafone auf den Bebelplatz zurückkehren wird, hält Unternehmenssprecher Ebrecht eher für unwahrscheinlich: „Schließlich war der Standort nicht unumstritten.“

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Bedenken gegen Veranstaltungen wie „Berlin on Ice“ auf dem historischen Bebelplatz gegeben. „Derartige Rummelveranstaltungen sind nicht mit der Würde des Ortes vereinbar. Das hat auch das Mahnmal auf dem Platz nicht verdient“, sagt Sven Diedrich, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linken in Mitte. Schließlich fand im Jahr 1933 auf dem damaligen Opernplatz die nationalsozialistische Bücherverbrennung statt. Heute erinnert hier die vom israelischen Künstler Micha Ullmann geschaffene Installation „Unterirdische Bibliothek“ daran. Daniel Stender

Ehefrauen von Diplomaten müssen einigen Opfermut mitbringen. Geht der Mann auf Posten, muss die Frau, wenn sie nicht gerade als Ärztin oder Lehrerin an einer deutschen Schule einen Job bekommt, ehrenamtlich zum Wohl des eigenen Landes arbeiten. Für ihr überdurchschnittliches Engagement zum Beispiel bei den Damenprogrammen von Staatsbesuchen bekam die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin Gisela von der Planitz, vor Jahren das Bundesverdienstkreuz am Bande. Gestern überreichte ihr der Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Rainald Steck, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Diese Höherstufung bekam sie für ihr Engagement im Diplomatenclub „Willkommen in Berlin“, dem sie seit vielen Jahren angehört, zeitweise auch als Präsidentin. Steck lobte im Namen des Bundespräsidenten, der den Orden verleiht, dass sie die Begegnungsprogramme intensiviert habe. Da sie um der diplomatischen Karriere des Botschafters a.D. Bernhard von der Planitz ihren Beruf aufgeben musste, weiß die Geehrte aus Erfahrung, wie sich Angehörige von Diplomaten am besten aufgenommen fühlen in einem fremden Land. Bi

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