Stadtleben : Alex macht sich nichts aus Kabelgummi

Dass das Lied der Toten Hosen mal diese Bedeutung bekommen würde: Hey, hier kommt Alex! Gemeint ist der beliebte Waschbär in der Garage des Hotels „Park Inn“ am Alexanderplatz. Dennoch sollen sich auch Leute über Alex beschweren. Wie die Besitzer der 60 000-Euro-Oberklasse-Wagen im Parkhaus. Der eine oder andere Eigner ärgert sich über Kratzer im Lack – und denkt an eine Klage beziehungsweise einen Versicherungsfall. „Ja, so was kann passieren, Waschbären haben ja schließlich Krallen, damit sie sich festhalten können“, sagt Falk Dathe, Chef vom Dienst beim Tierpark. Allerdings beißen sie nicht wie Marder in Kabel und Leitungen. Man sollte aber auf keinen Fall versuchen, Alex zu streicheln: „Das kleine Raubtier kann kräftig beißen.“

Waschbären sind Kleinbären. Und wie um alles in der Welt kommen sie mitten in die Stadt? Einst entkamen Alex’ Vorfahren während des Zweiten Weltkriegs infolge der Bombenschäden aus dem Zoo Dresden und aus einer Waschbärenfarm in Strausberg. Wie Füchse, Wildschweine und andere Wildtiere besiedeln sie wegen der Futterquellen längst gern Innenstädte. Alex hat sich das Hotel ausgesucht, fühlt sich da tierisch wohl und darf nach Einschätzung des Tierpark-Mitarbeiters Dathe nicht einfach so weggefangen werden. Die Direktion macht sich Gedanken, wie es mit Alex weitergeht. Übrigens: Wer so ein Tier aus nächster Nähe sehen möchte – im Tierpark sind gleich vier Waschbären zu Hause. kög

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