Ankerplatz (6) : Paddeltour im November

Kanadier- und Kajakfahren ist rund um Berlin derzeit Trendsport, sagen die Aussteller auf der Boot und Fun. Doch auch ihre eigene Stadt können Berliner vom Kajak aus erleben - sogar mitten im November.

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Arthur Wendt paddelt auch gern im November - und nicht nur auf dem Trocknen.
Arthur Wendt paddelt auch gern im November - und nicht nur auf dem Trocknen.Foto: Christoph Stollowsky

Jetzt im November mit dem Kajak auf die Müggelspree? "Das ist ganz und gar nicht verrückt", sagt Arthur Wendt, "sondern superschön." Zwischen dem Dämmeritzsee bei Erkner und dem Müggelsee sind ihm am vergangenen Samstag auf seiner vierstündigen Paddeltour nur die seltenen Kanadagänse und zwei Schiffe begegnet: das Boot von der Rahnsdorfer Fischerei und die Wasserschutzpolizei. Im Sommer ist die Müggelspree dagegen für den passionierten Paddler "die reinste Motorboot-Autobahn."

Arthur Wendt stellt in Halle 1 am Stand von "Kanusport Erkner" das Neueste auf dem Kanu- und Kajakmarkt vor. Zum Beispiel "superleichte, aber robuste Kunststoffe" für den Rumpf. Die machen ein Paddelboot zwar nicht zum Federgewicht, aber man muss bei einem Zweier-Kajak nur noch 32 statt bisher 38 Kilo hochstemmen. Oder die derart vielfältig verstellbaren und gestalteten Sitze, dass man lange üben muss, um alle rückenschonenden und den Oberschenkel entlastenden Positionen zu finden.

Aufgepasst. Hier sieht der Besucher die Messe vor lauter Kajaks (beinahe) nicht mehr.
Aufgepasst. Hier sieht der Besucher die Messe vor lauter Kajaks (beinahe) nicht mehr.Foto: Christoph Stollowsky

So platziert, wird vermutlich auch die viertägige Paddeltour nicht zur Tortur, die Wendts Kajakladen anbietet. Man steigt ins Boot in Lübbenau im Spreewald und gibt es in Erkner wieder ab. 140 Kilometer Wasserabenteuer liegen dazwischen, mit Camping, Bootsrutschen und Minischleusen, die man per Selbstbedienung öffnen muss. "Es ist toll, die Spreeauen mal vom Fluss aus zu erleben", schwärmt Arthur Wendt. Wer wenig Zeit hat, kann sich dies auch nur an ein oder zwei Tage gönnen und dafür die unterschiedlichsten Boote mieten – vom Einerkajak bis zum Mega-Indianerkanu für zehn Paddler.

Kanadier- und Kajakfahren ist rund um Berlin derzeit Trendsport, sagen die Aussteller. Doch auch ihre eigene Stadt können Berliner vom Kajak aus erleben. Die kleinsten Boote sind zwar auf der Stadtspree zwischen Oberbaumbrücke und Charlottenburg ausgesperrt, aber von Treptow aus, darf man über die Spree und den Landwehrkanal quer durch die City in Kreuzberg und Tiergarten paddeln. Wer sich’s nicht alleine zutraut, kann es ab Frühjahr in der Gruppe erleben. Die Agentur "Der Kanutourist" bietet Führungen an.

Wer die ganze Welt des Kajak- und Kanusports auf dem Trockenen kennen lernen will, für den lohnt sich im übrigen ein Messebesuch am kommenden Freitag, Samstag oder Sonntag. In dieser Zeit ist die ganze Halle 23 den kleinsten Freizeitschiffen gewidmet. Viele weitere Aussteller zeigen ihre Boote mitsamt Zubehör. Und in den angrenzenden Halle werden dann etliche andere Trendsportarten präsentiert – vom Drachensurfen über über Tauchen bis zum Angeln.

 

Boot und Fun bis 27. November, täglich 10-18 Uhr, Eintritt 9 Euro (ermäßigt 7,-).

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