Audrey Hepburn : Mami Hollywood

Sean Ferrer ist der Sohn von Audrey Hepburn Jetzt hat er ein Buch über ihr Leben geschrieben

Sonja Pohlmann
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Die Verzaubernde. Über Audrey Hepburn ist bis 10. Mai im U-Bahnhof Hauptbahnhof eine Ausstellung zu sehen, organisiert von ihrem...

Berlin zu besuchen, hat Audrey Hepburn nie geschafft, doch für ihren Sohn Sean Ferrer steht fest: „Sie hätte diese Stadt und ihre kreativen Menschen geliebt.“ Jetzt wird sogar der Geburtstag des Hollywoodstars, der am 4. Mai 80 Jahre alt geworden wäre, in der Hauptstadt gefeiert.

Im Rahmen der von Ferrer mitorganisierten Ausstellung „Timeless Audrey“, die noch bis zum 10. Mai im Ausstellungsraum U-Bahnstation Hauptbahnhof an der Invalidenstraße zu sehen ist, wird am 4. Mai der Preis für humanitäres Engagement der Audrey Hepburn Stiftung in Berlin verliehen. An wen, das wollte Ferrer noch nicht verraten, als er am Montag zu Gast in Berlin war, um sein Buch vorzustellen. Erstmals gewährt er darin einen intimen Einblick in das Leben Audrey Hepburns: „Melancholie und Grazie“ heißt das knapp 300 Seiten starke Werk (Henschel Verlag, 29,90 Euro).

Ferrer, 48, ist der Sohn aus Audrey Hepburns erster Ehe mit Schauspieler Mel Ferrer. Von seiner Mutter hat er nicht die fragile Figur, aber die braunen Augen geerbt. Das Gedenken an seine Mutter, die Millionen von Menschen in ihren Rollen als Gigi, Eliza Doolittle oder Holly Golightly verzauberte, hat sich Sean Ferrer zur Lebensaufgabe gemacht.

In der Ausstellung im künftigen U-Bahnhof erzählen mehr als 1200 Exponate die Lebensgeschichte der Oscar-Gewinnerin, darunter sind berühmte Filmkleider zu sehen, Fotos von Audrey mit Freunden und im Kreise der Familie, auch die Vespa aus dem Film „Ein Herz und eine Krone“. Der Erlös der Ausstellung soll der Unicef zugutekommen, weltweit misshandelten Kindern helfen und ihnen den Schulbesuch ermöglichen.

„Sie hat nie vergessen, woher sie kam und hat sich deshalb bis an ihr Lebensende für notleidende Menschen engagiert“, sagte Ferrer über Audrey Hepburn. Sie kam 1929 als Tochter einer niederländischen Baronin und eines britischen Bankiers in Belgien zur Welt – erlebte aber die Kriegsjahre in Armut, nachdem ihr Vater die Familie verließ. Zunächst arbeitete sie als Tänzerin, übernahm dann kleine Filmrollen, bis ihr der Durchbruch mit „Ein Herz und eine Krone“ gelang.

„Sie selbst hat sich nie als besonders hübsch oder als eine außergewöhnliche Person empfunden“, sagte Sean Ferrer. Gerade weil Audrey Hepburn trotz ihrer Karriere das nette Mädchen von nebenan geblieben sei, fasziniere sie bis heute. Dem Hollywood-Glamour habe sie nie viel abgewinnen können. Zuhause sei sie am liebsten in Jeans, Polo-Shirt und Ballerinas herumgelaufen. „Sie war eine ganz normale Mutter, die uns morgens Frühstück gemacht und zur Schule gebracht hat“, erzählte Ferrer. Er und sein Halbbruder Luca, der aus Audrey Hepburns zweiter Ehe mit dem italienischen Psychiater Andrea Dotti stammt, riefen den Hollywoodstar auf deutsch „Mami“ und „Mutti“, denn nach beiden gescheiterten Ehen hatte sich Hepburn mit ihren Söhnen in die Schweiz zurückgezogen, wo sie am 20. Januar 1993 starb.

Sean Ferrer erinnert sich noch heute an die Weisheit, die ihm seine Mutter mit auf den Weg gegeben hat: „Wenn du im Leben zweifelst, dann tue das, was für deine Mitmenschen am besten ist. Das wirst du nie bereuen.“ Sonja Pohlmann

Täglich von 9 bis 19 Uhr; Eintritt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Familienkarte (2 Erwachsene und 5 Kinder bis 15 Jahre) 22 Euro. Kinder bis 5 Jahre freier Eintritt.

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