Stadtleben : Auf der Insel zu Hause

Im Raum schwebt noch ein anderer Geist: Oswald Mathias Ungers, der große Kölner Architekt, der vor zwei Wochen verstorben ist, ist den Berliner Museumsfreunden als Planer fürs Pergamonmuseum nah – und alle erheben sich schweigend zu seinem Gedenken. Am Ende der Feierstunde in der Rotunde des Alten Museums stehen sie wieder, die Architekten und Museumsleute, die zu Ehren der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Bunds Deutscher Architekten (BDA) an David Chipperfield gekommen sind, und klatschen minutenlang für das neue Mitglied. Zuvor schon hatten sie sich bei einem Rundgang einen Überblick über die Sanierungsarbeiten beim benachbarten Neuen Museum verschafft. „David Chipperfield ist auf der Insel zu Hause“, sagt auch Klaus-Dieter Lehmann, gastgebender Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und erinnert daran, dass im Anschluss an das Richtfest Mitte September 25 000 Berliner an drei Tagen der offenen Tür über die Baustelle spaziert waren. Auch Chipperfield lässt in seinem Festvortrag keinen Zweifel daran, wie sehr Berlin ihn geprägt hat, besonders das Alte Museum, das er als ideale Schwelle zwischen privatem und öffentlichem Raum lobt. Ein Plädoyer für solche „nutzlosen“ Zwischenräume hält er in seinem Festvortrag, und macht deutlich, dass vor allem das Eingangsgebäude zur Museumsinsel für ihn so ein nutzloser, aber eminent wichtiger Raum ist. til

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