Aufruf : Knochenmarkspender für zweijährigen Jungen gesucht

Benny ist ein zweieinhalbjähriger Junge aus Berlin, der an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt ist. Er braucht dringend einen Knochenmarkspender, um überleben zu können. Tagesspiegel.de veröffentlicht mit anderen Medien dazu diesen Aufruf.

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Benny.Foto: privat

Alle Berliner und Bürger aus dem Umland sind aufgerufen, Benjamin zu helfen. Es gilt, den passenden Spender, den „genetischen Zwilling“, zu finden. Der erste Schritt dazu ist ein einfacher Speichelabstrich oder eine Blutprobe. Je mehr Menschen mitmachen, desto größer ist die Chance, dass Benjamin weiterleben kann. Und die Aktion eilt.

Um möglichst viele Berliner zur Hilfe zu mobilisieren, wurde das Internetportal www.berlin-hilft-benny.de eingerichtet. Hierfür werden weitere Medien und Unternehmen eingeladen, als Partner die Aktion zu unterstützen.

Bei 40 bis 80 Prozent der transplantierten Patienten verläuft die Behandlung erfolgreich. Am 16. Dezember findet ein Typisierungstermin (Typisierung: Feststellung der Gewebemerkmale) bei den Johannitern statt. Der Eishockeyverein Eisbären Berlin ist Schirmherr dieser Aktion, die in Zusammenarbeit mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei organisiert wird.

Datum: Mittwoch, 16.12.2009
Uhrzeit: 15 bis 21 Uhr
Ort: Bei den Johannitern, Zinnowitzer Straße 1, 10115 Berlin

Die Berliner sind dazu aufgerufen werden, dorthin zu kommen und eine Blutprobe abzugeben. Da der Stammzellspender die gleichen Gewebemerkmale wie Benny aufweisen muss und es aber über 2.600 verschiedene Merkmale gibt, die in etlichen Kombinationen möglich sind, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen testen bzw. registrieren lassen.

Die Typisierungsaktion wird von der DKMS gemeinsam mit den Johannitern durchgeführt.

Wer ist Benny?

Benny, Benjamin, ist ein Junge von zweieinhalb Jahren, der mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern in Berlin lebt. Im Oktober 2008 erkrankte er an Leukämie. Nach einer Chemotherapie schien er wieder ganz gesund – bis im Oktober dieses Jahres der Rückfall kam. Es wurden wieder Krebszellen diagnostiziert, und es sind 90 Prozent des Knochenmarks befallen. Nur eine Stammzelltransplantation kann jetzt Bennys Leben retten.

Risiken für den Spender?

Es gibt zwei Methoden, Stammzellen zu spenden: die periphere Stammzellentnahme und die Knochenmarkentnahme. Welches Verfahren zur Stammzellspende angewandt wird, richtet sich nach den Belangen des Patienten, der die Spende erhält.

Die periphere Stammzellentnahme wird ambulant durchgeführt. Dabei wird ein hormonähnlicher Stoff verabreicht. Während der Einnahme des Medikaments können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht bekannt.

Auch das Risiko für den Knochenmarkspender ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko. Nach der Entnahme kann für einige Tage ein lokaler Wundschmerz auftreten – ähnlich dem einer Prellung.

Keine Kosten für Spender – Geldspenden aber erwünscht

Die Registrierung eines Spenders verursacht für die DKMS Unkosten von jeweils 50 Euro. Diese Kosten müssen allein durch Spendengelder gedeckt werden, da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft für den weiteren Ausbau der Datei finanziell auf sich gestellt ist. Daher bittet die Berliner Initiativgruppe gemeinsam mit der DKMS dringend um eine Geldspende – jeder Euro zählt! Die Typisierung ist allerdings nicht an eine Geldspende gebunden.

Die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen des Spenders sowie sein Krankenhausaufenthalt während der Entnahme werden von der Krankenkasse des Patienten bezahlt – ebenso wie ein eventueller Verdienstausfall des Spenders, Reisekosten und andere nichtmedizinische Aufwendungen. Die DKMS regelt alle organisatorischen Punkte für den Spender.

Was ist Leukämie?

Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten: für die Infektabwehr zuständig), die im Knochenmark entsteht – dem Blut bildenden Organ des menschlichen Körpers. Hier ist der normale Reifeprozess der weißen Blutkörperchen gestört und es kommt zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zellen.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch neu an Leukämie, jährlich sind es 9.100 Deutsche. Viele dieser Patienten sind Kinder und Jugendliche. Die Überlebensrate liegt laut Robert-Koch-Institut bei 43 Prozent, bei Kindern sogar noch höher.

Nur für etwa jeden dritten der Leukämie-Patienten kann ein geeigneter Stammzellenspender innerhalb der eigenen Familie gefunden werden. Alle Übrigen sind auf fremde Spender angewiesen. Um auch diesen Menschen helfen zu können, ist die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei ins Leben gerufen worden.

Wer ist die DKMS?

Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH wurde 1991 aus einer privaten Initiative heraus gegründet und hat sich innerhalb kürzester Zeit mit heute über zwei Millionen registrierten Spendern zur weltweit größten Einzeldatei entwickelt. Jeden Tag erhalten mindestens acht Patienten Stammzellen von Spendern aus der DKMS.

Trotz dieser positiven Entwicklung kann für etwa jeden fünften Patienten in Deutschland, der eine Stammzelltransplantation benötigt, noch immer kein geeigneter Spender gefunden werden. Ziel der DKMS ist es, durch den weiteren Ausbau der Datei für möglichst alle Patienten einen geeigneten Lebensspender zu finden.

Nach einer anfänglichen Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Krebshilfe ist die DKMS seit Ende 1994 für den Ausbau der Datei finanziell auf sich gestellt. Die Spenderneugewinnung wird seitdem ausschließlich über Privat- und Firmenspenden finanziert.

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