Auftritt der Woche : Subway to Sally spielen Silvester in Potsdam

Subway to Sally feiern ihren Jahresabschluss mit einem Konzert in ihrer Heimatstadt Potsdam. Der Abend hat Tradition.

Lydia Brakebusch
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Wollen nur spielen. Die Musiker von Subway to Sally mixen Mittelalter-, Folk- und Metal-Einflüsse. Das Foto zeigt Sänger Eric Fish...Foto: Imago

Die leidige Silvesterfrage: wer, wo, wann, mit wem? Niemand will sich so richtig festlegen, wo er feiert. Nichts scheint gut genug – es muss perfekt sein, es müssen alle dabei sein. Subway to Sally haben dieses Problem nicht. Die Potsdamer Mittelalter-Folk-Metal- Rocker, die im März ihr zehntes Studioalbum „Kreuzfeuer“ veröffentlichten, feiern den Jahresabschluss auf ihre ganz eigene Weise: Seit zehn Jahren geben sie am 30. Dezember ein Konzert in ihrer Heimatstadt. „Das ist für uns das Ende des Jahres“, sagt Bodenski, Gitarrist und Texter von Subway to Sally.

Bodenski heißt eigentlich Michael Boden, 1992 gründete er zusammen mit Freunden die Band, die sich mit unzähligen Liveauftritten eine deutschlandweite Fangemeinde erarbeitete. Mit der Dauer der Tourneen wuchs auch der Wunsch, nach Hause zu kommen – das Jahr dort abzuschließen, wo Familie und Freunde sind. Silvester schien dafür unpassend: „Da haben alle lustige Hüte auf und wollen mit Sekt anstoßen“, sagt Bodenski. „Und alle denken: ‚Heute muss die Kuh fliegen!‘“ Also entschieden sie sich für den Vortag: „Der 30. Dezember ist so unschuldig, so frei von diesem Druck.“

Seit zehn Jahren pflegen sie nun diese Tradition, die Konzerte sind immer ausverkauft. Aus allen Ecken des Landes reisen die Leute an, am nächsten Tag feiern sie dann in Berlin Silvester. Nimmt man sich da vielleicht beim Konzert etwas zurück – im Angesicht einer Berliner Silvesternacht – und trinkt zwei Bier weniger? „Subway-to-Sally-Konzerte sind immer eine Riesenparty“, sagt Holger Scholz vom Fanclub Fanway to Sally. „Das ist am 30. Dezember nicht anders.“

Um die Partygemeinschaft zu vergrößern, findet das Konzert in diesem Jahr nicht im Potsdamer Lindenpark statt, sondern in der Metropolis-Halle auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg. Hier veranstaltete Stefan Raab im Februar bereits seinen Bundesvision Song Contest, nachdem Subway to Sally den Wettbewerb mit ihrem Sieg 2008 nach Potsdam geholt hatten. Der neugewonnene Platz wird ausgenutzt: In diesem Jahr wird das Konzert zum Festival. Neben Subway to Sally feiern auch Letzte Instanz, Zeraphine und Omega Lithium die vorgezogene Silvesterparty.

Die „Eisheilige Nacht“ soll neue Maßstäbe setzen für die nächsten Jahre, denn der Band kann die Feier nicht groß genug sein: „Für uns ist dieser Auftritt auch immer Anlass, uns bei allen zu bedanken, die uns übers Jahr unterstützt haben“, sagt Bodenski. Der Backstage-Bereich ist so vollgestopft mit Freunden und Familienmitgliedern, dass die Band selbst kaum Platz hat. „Meine 70-jährige Mutter und mein 75-jähriger Vater lassen es sich nicht nehmen, jedes Jahr zu kommen.“ Außerdem wird die Band gebührend von ihrem Team aus dem Jahr verabschiedet. „Das ist wie beim Theater“, sagt Bodenski. „Am letzten Abend spielen wir uns gegenseitig Streiche. Da kommen dann schon mal mitten im Konzert merkwürdige Ansagen übers Innenrohr-Mikro, oder der Mikrofonständer ist mit peinlicher Deko geschmückt.“ Wenn all das geschafft ist und die Fans nach Berlin weiterziehen, um die besagte Kuh fliegen zu lassen, kommt die Band endlich zur Ruhe: „Mich wird man zu Silvester nicht am Brandenburger Tor sehen“, sagt Bodenski. „Ich feiere mit den engsten Freunden. Es wird gekocht, und um 12 Uhr stoßen wir an. Das war’s.“

Das Festival beginnt am 30. Dezember um 19 Uhr in der Metropolis-Halle auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg, August-Bebel-Straße 26 in Potsdam, Karten kosten 34 Euro. Das nächste Berlin-Konzert ist am 15. April im Postbahnhof.

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