Stadtleben : Ausgetanzt

Der Club „103“ verabschiedet sich aus Kreuzberg

Die Diskokugel schwirrt nur noch einen Monat unter der Decke, dann schließt der Kreuzberger Club „103“. In einer Mail schrieben die Macher kurz und knapp, dass man „unseren Nachfolgern viel Glück“ wünsche, sich bei allen Freunden und Musikern herzlich bedanke. Ab September verfolge man andere Projekte.

Aus. Schluss. Tschüss.

Das „103“ – sprich hundertdrei – ist einer der bekanntesten Clubs im Nachtleben der Stadt, gelegen an der Oberbaumbrücke, konkret: in der schmalen Falckensteinstraße. Dort also, wo Friedrichshain und Kreuzberg aufeinandertreffen, die aufgehende Sonne so schön in der Spree funkelt und die gelben U-Bahnzüge quietschend über die alte Brücke gen Warschauer Straße rollen. Drinnen legen stets populäre DJs Elektro und Hiphop auf, bis irgendwann am Morgen der letzte Partygast heimwärts stolpert.

Seit elf Jahren gibt es den Club schon. Angefangen hat alles in Mitte, Friedrichstraße, illegal hinter den Fassaden der Hausnummer 103. Entwickelt wurde der Club von Till Harter, einem Akademiker, der auch das „Tausend“ am Schiffbauerdamm betreibt. Sein Club „103“ befand sich auch mal am Monbijoupark, ist erst vor drei Jahren an die Oberbaumbrücke gezogen. Dahin, wo das „Watergate“ schon war – mit einer ähnlichen Klientel und Musik. Nicht immer äußerte man sich daher sehr nett über den neuen, populären Nachbarn.

Nun wurde der Laden verkauft, ab 1. September hat er neue Betreiber, die wollen umbauen, angeblich mehr auf Live-Bands setzen. Die alte „103“-Crew zieht weiter, wohin, ist unklar. Gefeiert wird bis dahin in Kreuzberg, schon diesen Freitag. Dann legen DJs aus Hamburg und Berlin auf. AG

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben