Ausstellung : Die Revolution kehrt auf den Alex zurück

Am 7. Mai beginnt auf dem Alexanderplatz die Ausstellung zum Herbst 1989. Mit der Losung "Wir sind das Volk!" soll das Ende der DDR noch einmal lebendig werden.

BerlinAuf dem Alexanderplatz, zwischen der Weltzeituhr und dem neuen „Saturn“-Gebäude, wird die Endzeit der DDR mit der Losung „Wir sind das Volk!“ lebendig: Mit Hochdruck arbeiten Tischler, Schweißer und Elektriker an einem runden Pavillon und an Gerüsten, auf denen in Bild und Text an die Ereignisse im Herbst 1989 in Ost-Berlin erinnert wird. Die Deutsche Klassenlotterie und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien finanzieren mit zwei Millionen Euro die Freilichtausstellung, für deren Inhalt die Robert-Havemann-Gesellschaft und die Gesellschaft für Kulturprojekte verantwortlich zeichnen.

Der Ort im Herzen Berlins ist gut gewählt: An dieser Stelle fand am 4. November 1989 die von Künstlern initiierte Kundgebung für mehr Demokratie und Freiheit, für die elementaren Bürgerrechte und gegen Bevormundung durch den Obrigkeitsstaat statt. Auf zahllosen Plakaten formulierten damals viele der 500 000 Teilnehmer die Wünsche nach einer anderen DDR, nach Presse- und Reisefreiheit. Die Ausstellung mit einer Fläche von 300 laufenden Metern beiderseits der Straßenbahngleise zeigt über 1000 Bilder und ist 24 Stunden lang bis zum 14. November geöffnet. Sie beginnt am 7. Mai – „als Erinnerung an die gefälschten Wahlen am 7. Mai 1989 in der DDR“, sagt Uwe Richter von der Robert-Havemann-Gesellschaft.

Damals hatten an jedem 7. auf dem Alex Demonstrationen stattgefunden, anfangs mit 30 Teilnehmern, am 7. Oktober 1989 mit 3000. „Wir beleuchten den Zeitraum von Mitte der achtziger Jahre bis zur Bundestagswahl 1990, von den Anfängen der Oppositionsbewegung über die Ausreisewelle bis zum Mauerfall“, sagt Uwe Richter. Der Alexanderplatz verwandelt sich im Mai in eine große Bühne für einen Lesemarathon und für ein Open-air-Kino mit der Fernsehproduktion „Wir sind das Volk!“ und dem Spielfilm „Sonnenallee“. Lo.

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