Ausstellung : Revisited - Berliner Standorte der Alliierten

Bernd von Kostka hat sich mit der Architekturfotografin Mila Hacke auf eine Spurensuche durch Berlin begeben und alte Standorte der Alliierten besucht. In der Sonderausstellung „Revisited“ des Alliierten Museums wurden ihre Ergebnisse dokumentiert. Am Dienstag ist Finissage.

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Die Idee zur Ausstellung Revisited kam Kurator Bernd von Kostka bei einem Besuch auf dem Teufelsberg. Er war erschrocken, wie verkommen alles war. „Und ich habe mich gefragt, wie es wohl an anderen Standorten aussieht.“ Insgesamt 15 Liegenschaften der Alliierten griff er mit Fotografin Mila Hacke exemplarisch heraus. Nicht immer bot sich ihnen ein so verheerendes Bild wie auf der ehemaligen Abhörstation Teufelsberg.Alle Bilder anzeigen
Foto: Archiv Alliierten Museum
26.06.2011 16:15Die Idee zur Ausstellung Revisited kam Kurator Bernd von Kostka bei einem Besuch auf dem Teufelsberg. Er war erschrocken, wie...

Dort, wo früher eine Panzerkaserne der Alliierten stand, rangeln heute Kunden am Wühltisch von Lidl um Schnäppchen. Auf dem ehemaligen Gelände des US-Hauptquartiers in Dahlem sollen nun Luxuswohnungen entstehen. Berlin geht mit seinen historischen Zeugnissen nicht gerade zimperlich um. Bernd von Kostka hat sich deshalb mit der Architekturfotografin Mila Hacke auf eine Spurensuche durch Berlin begeben und alte Standorte der Alliierten wieder besucht. In der Sonderausstellung „Revisited“ des Alliierten Museums wurden ihre Ergebnisse dokumentiert. Am Dienstag ist Finissage.

„Die Idee zu der Ausstellung kam mir bei einem Besuch auf dem Teufelsberg“, erzählt Kurator von Kostka. Er sei erschrocken gewesen, wie verkommen alles war. „Und ich habe mich gefragt, wie es wohl an anderen Standorten aussieht.“ Insgesamt 15 Liegenschaften der Alliierten griff er mit Fotografin Mila Hacke exemplarisch heraus. Nicht immer bot sich ihnen ein so verheerendes Bild wie auf der ehemaligen Abhörstation Teufelsberg. Die Berlin Fighting City in Ruhleben beispielsweise erlaubt eine regelrechte Zeitreise. In dem aus dem Boden gestampften Übungsgelände, wo die Briten während des Kalten Krieges den Häuserkampf probten, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas verändert. Der Preis für Super an der nachgebauten Esso Tankstelle steht noch immer bei 1,16 DM. Und auch, wenn heute dort längst keine Soldaten mehr trainieren, wird noch immer der Ernstfall geprobt. Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Polizei bevölkern heute die ehemalige Fighting City, oder, wie sie jetzt im Berliner Polizeisprech heißt: Die ÜbStadtRu.

Mila Hacke hat alles in großformatigen Bildern festgehalten: Wie das Tempelhofer Feld sich auch nach der Flughafenschließung wieder mit Leben füllte, dass das Präsidialamt der Freien Universität noch immer haargenau so aussieht wie die Kommandantur der Alliierten, oder dass auch das Grafitti am Teufelsberg den Verfall der Abhörstation nicht zu beschönigen vermag.

Am Dienstag haben nun Besucher die letzte Möglichkeit sich auf diese Zeitreise zu begeben. Ab 18.30 Uhr gibt es eine letzte Kuratorenführung durch die Ausstellung. Das nächste Projekt steht aber bereits am 12. August an. Dann eröffnet die Ausstellung „Wie ein Pulverfass - Berlinkrise und Mauerbau.“ Dann sollen in sogenannte „Frozen moments“, mit Erinnerungsstücken von Berlinern und Alliierten Soldaten die Erlebnisse des kalten Krieges greifbar werden.

Alliierten Museum, Clayallee 135, täglich außer Mittwoch von 10 bist 18 Uhr.

 

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