Ausstellungseröffnung : Gut getroffen

Der Fotograf Jim Rakete stellt in der Berliner Kunsthalle Koidl ab heute Fotos von deutschen Filmstars aus. Auf den Bildern trägt jeder von ihnen ein typisches Utensil bei sich.

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Der Berliner Fotograf Jim Rakete hat für das Filmmuseum Frankfurt eine Porträtreihe deutscher Filmstars geschaffen. Rund 100 Fotos sind entstanden, zur Berlinale wird ein Teil der Ausstellung in Berlin zu sehen sein. Wir zeigen schon jetzt sechs Bilder in unserer Fotostrecke. Rakete porträtierte Hannah Herzsprung am Klavier, eine Reminiszenz an ihre Rolle in "Vier Minuten".Alle Bilder anzeigen
Foto: Jim Rakete
10.02.2011 09:01Der Berliner Fotograf Jim Rakete hat für das Filmmuseum Frankfurt eine Porträtreihe deutscher Filmstars geschaffen. Rund 100 Fotos...

Eigentlich wollte er nur eine kleine Auswahl präsentieren, in der Kunsthalle Koidl am S-Bahnhof Charlottenburg. Bloß als Appetithappen, um Neugier zu wecken für seine Ausstellung in Frankfurt, wenn das dortige Filmmuseum wieder eröffnet. Aber dann kamen die ganzen Zusagen für die Vernissage: von Sebastian Koch, Karoline Herfurth, Michael Ballhaus, Joachim Król und vielen anderen. Die können doch unmöglich zur Ausstellung kommen und dann ihre eigenen Porträts nirgends finden! Also gab Jim Rakete eine neue Parole aus: „Alle Bilder aufhängen, bitte!“

Hundert deutsche Schauspieler, Regisseure und Kameramänner hat der Berliner Fotograf Jim Rakete innerhalb eines Jahres vor die Kamera gebeten. Jeweils mit einem charakteristischen Utensil aus einem ihrer Filme. Volker Schlöndorff mit Blechtrommel, Moritz Bleibtreu mit Beretta aus „Knocking On Heaven’s Door“, Tom Tykwer mit Uhr aus „Lola rennt“. Eine Bestandsaufnahme des deutschen Films sollte es werden. Deshalb auch der Titel: „Stand der Dinge“.

Keine Session dauerte länger als 30 Minuten, inklusive Anfangsplauderei zum Auflockern, das macht Rakete immer so. Weil die Herren Filmschaffenden selten Zeit haben, benutzte er seine digitale Leica, die Porträtierten durften hinterher mitentscheiden, welches der vielen Bilder für die Ausstellung genutzt wird.

Sie haben alle mitgemacht: Katja Riemann, Roland Emmerich, Daniel Brühl. Nora Tschirner steckte sich das Stofftier aus „Keinohrhasen“ in ihren Ausschnitt, Wim Wenders hielt ein leuchtendes Michelin-Männchen in Händen. Überreden musste er keinen: Jim Rakete, 60, kennt sie seit langem, die meisten hatte er schon in der Vergangenheit vor der Linse, er fotografiert ja schon seit mehr als vier Jahrzehnten. Auch Bernd Eichinger ist zu sehen. Ohne besonderes Film-Utensil, dafür mit seinen lässig über die Schultern geworfenen Lieblingsturnschuhen. Converse Allstars. Das Shooting war im vergangenen Oktober. Es ist vermutlich das letzte professionelle Porträt des Regisseurs, sagt die Ausstellungssprecherin.

In Berlin sind die Bilder bis 11. März zu sehen. Dann werden sie verpackt und nach Frankfurt gebracht. Dort ist gerade das Deutsche Filmmuseum entkernt und grundsaniert worden, wenn man jetzt über die Baustelle geht, kann man sich kaum vorstellen, dass das Haus bereits im Juni neu eröffnen soll. Mit Raketes Bildern als glanzvollem Auftakt.

Geöffnet ist dienstags bis freitags 11 bis 18 Uhr, sonnabends 11 bis 16 Uhr. In der Gervinusstraße 34, Eintritt fünf Euro, ermäßigt 2,50, alle Gäste bekommen eine Führung. Infos: www.kunsthalle-koidl.de.

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