Babelsberg will auf Flughafen drehen : Die Sonnenallee rückt nach Tempelhof

Für den von Studio Babelsberg koproduzierten Stauffenberg-Film "Valkyrie" oder die "Bourne Verschwörung" wurde bereits im Flughafen Tempelhof gedreht - doch das traditionsreiche Studio Babelsberg will den stillgelegten Flughafen Tempelhof auch dauerhaft nutzen.

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Und wo ist die Flughafen-Feuerwehr? In Tempelhof könnten bald Actionfilme gedreht werden. -Simulation: promo

Wie berichtet, bewerben sich die Filmstudios um die Nachnutzung des Areals und stellten nun weitere Details vor: Mit dem Projekt "Filmhafen Tempelhof" könnte Babelsberg seine Produktionsfläche von derzeit 25 000 Studio-Quadratmetern vergrößern. Das Konzept sieht für Tempelhof eine auf etwa zehn Jahre angelegte Zwischennutzung vor. Zwei Hangars mit einer Fläche von insgesamt 15 000 Quadratmetern sollen als Studio genutzt werden. "Da kann man große Sets reinbauen", sagte Carl Woebcken, Geschäftsführer der Studio Babelsberg AG. Hintergrund der Ausweitungspläne sind sowohl Kapazitätsprobleme als auch auslaufende Pachtverträge über Außenflächen auf dem Studiogelände in Babelsberg. Betroffen ist dabei auch die Außenkulisse "Berliner Straße", in der Filme wie "Sonnenallee" und "Der Pianist" gedreht wurden - und die einen Platz auf der Rollfläche bekommen könnte.

Außerdem soll der Requisiten-Kostüm-Fundus, der als größter Europas gilt, in das Gebäude von Ernst Sagebiel einziehen. "85 Prozent unseres Geschäfts machen wir mit Fernsehproduktionen", sagte Woebcken. Da sei eine stadtnahe Lage des Fundus von Vorteil.

Die denkmalgeschützte Immobilie solle nicht zerstückelt werden. "Wir haben kein Interesse, nur ein paar Flugzeughangars zu mieten." So könnten Büroflächen von der Computerspiel-Branche genutzt werden. Entsprechende Gespräche liefen bereits. "Das kann einige Hundert Arbeitsplätze bedeuten", sagte Woebcken. "Wir haben aber auch vor, internationale Filmproduzenten anzusiedeln." Die Mitarbeiter von großen Produktionen könnten im geplanten Appartement-Komplex mit Zimmerservice wohnen. Auch mit Gastronomen wie Charles Schumann oder dem "Borchardt"-Betreiber stünde man in Kontakt.JaHa/dpa

Das Filmprojekt im Netz: www.filmhafen-tempelhof.de

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