Badeseen : Auf Spritztour

Das Wasser ist 24 Grad warm. Der Himmel blau. Wer jetzt nicht springt, ist selbst schuld.

Sebastian Leber
Badesee
Die Badesaison ist eröffnet. -Foto: ddp

Kein Chlor. Keine gereizten Augen. Keine Kacheln, die einem nach spätestens 25 Metern den Weg versperren. Es gibt viele Gründe, warum es sich in der Natur besser schwimmen lässt als im Becken. Den besten kann man nicht erklären, den muss man erleben: Wer ganz viel Glück hat, darf neben einer Entenfamilie her schwimmen. Das ist das höchste der Gefühle.

40 offizielle Badestellen gibt es in Berlin, alle zwei Wochen nimmt das Gesundheitsamt Wasserproben und prüft, ob Salmonellen, Teerrückstände oder zu viele Algen drin sind. Die gute Nachricht: An allen Berliner Badestellen ist die Wasserqualität in Ordnung, in den meisten Fällen wird sie sogar als „hervorragend“ eingestuft. Leider sieht man nicht allen Badestellen an, wie gesund das Wasser dort ist. Am Zeuthener See betrug die Sichttiefe bei der letzten Messung nur 50 Zentimeter, mit Kopf unter Wasser sieht man gerade noch seinen eigenen Bauchnabel.

Die klarste Sicht unter Wasser hat man am anderen Ende der Stadt. Im Groß-Glienicker See in Spandau wurde zuletzt eine Sichttiefe von dreieinhalb Metern gemessen, im Schlachtensee sogar vier. Dort kann man am Grund Muscheln, Barsche und Bitterlinge sehen. Vielleicht sogar einen der Riesenwelse, die es nach den Erzählungen mancher Angler im Schlachtensee geben soll. Angeblich sind die grauen Raubfische bis zu drei Meter lang. Aber keine Angst: Welse fressen nichts, was größer als ein Fußball ist. Sagen wiederum die Angler.

 Auch die anderen Fische in Berlins Seen und Flüssen sind harmlos. Manche Experten warnen allerdings vor exotischen Tieren, die sich als Haustiere unbrauchbar erwiesen und dann in der Natur ausgesetzt wurden. Bisher gab es aber keine Vorfälle. Gefährlicher ist es da, an verbotenen Stellen ins Wasser zu springen.Dabei kommt es jedes Jahr zu schweren Verletzungen.

Die größte Gefahr im Freibad Grünau: dass Sand in die Tastatur kommt. Das Bad hat einen WLAN-Spot eingerichtet, Besucher können ihre Laptops mitbringen und dann zwischen zwei Badegängen im Internet surfen. Überhaupt gibt sich das Strandbad sehr modern: Regelmäßig werden hier abends Strandpartys gefeiert. Auch am Wannsee ist häufig Programm. Dieses Jahr besonders, weil gerade 100-Jähriges gefeiert wird.

Viele Strandbäder verfügen über Spielplätze, Volleyballfelder oder Tischtennisplatten. Manche haben auch abgetrennte FKK-Bereiche. Das Strandbad Müggelsee genießt sogar bundesweit einen guten Ruf unter Nudisten – im Deutschen Verband für Freikörperkultur und seiner Nachwuchsorganisation, der „FKK Jugend“, wird der Müggelsee als heißer Tipp gehandelt. Wenn Mitglieder einen Berlin-Trip planen, ist der Strandbadbesuch ebenso wichtig wie das Besteigen der Reichstagskuppel.

Noch mehr Auswahl an Bademöglichkeiten bietet das Brandenburger Umland. Hier gibt es 200 Stellen, die regelmäßig auf ihre Wasserqualität überprüft werden. Zu den schönsten gehört der Bernsteinsee bei Ruhlsdorf, hier kann man auch Wakeboarden, natürlich außerhalb der Badezone. Der Senftenberger See in der Lausitz hat so einen hellen Sandstrand, dass er von Einheimischen als „Riviera Brandenburgs“ beworben wird. Und der Wolletzsee in Angermünde gilt als einer der wärmsten des Landes.

Die Temperaturen der Berliner Badestellen sind auch schwimmerfreundlich, im Durchschnitt liegen sie gerade bei 24 Grad. Und falls es an bewölkten Tagen doch mal kalt ist, kann man hinterher ausgiebig vor seinen Freunden prahlen.

Die aktuelle Wasserqualität der Berliner Badestellen ist im Internet unter www.badegewaesser.berlin.de aufgelistet, die der Brandenburger findet man unter www.mlur.brandenburg.de/badestellen

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