Stadtleben : Begehrliche Blicke und rote Rosen

PARTYMARATHON Vom italienischen Filmball zur „Hilde“-Premiere

Elisabeth Binder[Andreas Conrad],Sonja Pohlmann
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Müsste man einen Außer-Konkurrenz- Bären für die charmanteste Begleiterscheinung der Berlinale verleihen, er ginge wohl an die italienische Filmgala, die am Freitagabend im Steigenberger gefeiert wurde. Sie gibt gar nicht erst vor, Teil der Berlinale zu sein. Gastgeber dieses klassischen Filmballs ist Bacco-Chef Massimo Mannozzi. In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut verleiht er den „Premio Bacco“ in einer vorbildlich kurzen, sehr herzlichen Zeremonie. Katja Riemann erzählte, sie sei aus Indien eingeflogen, um den Preis entgegenzunehmen. Dass sie schon mit 40 für ihr Lebenswerk geehrt wurde, beunruhigte sie offenbar doch ein bisschen: „Ich bin noch nicht am Ende, ich habe noch viel vor“, versicherte sie.

Unkomplizierter gab sich Uwe Kockisch, der Donna Leons feinfühligem Sympathieträger unter den Film-Kommissaren sein Gesicht gibt und den „Bacco“ für seine Rolle als Commissario Brunetti erhielt. Bravorufe ertönten, als Riccardo Scamarcio seinen Preis entgegennahm. In Italien wird er als erotischster Schauspieler gefeiert, im Berlinale- Palast war er gestern Abend in „Eden à L’Ouest“, dem Schlussfilm des Festivals, zu sehen. Wie ein echter Künstler gab er sich unprätentiös, und sagte, er sei stolz auf den Preis und verabschiedete sich schon deutlich vor Mitternacht, „um schlafen zu gehen“. Als er durch den Ballsaal ging, folgten ihm viele schwärmerische Blicke.

Ein Party-Ehrenbär gebührt „Vanity Fair“-Chefredakteur Nikolaus Albrecht und Verleger Wolfgang Winter für die Partys in der von Anne Maria Jagdfeld im Stil eines New Yorker Luxusapartments der 70er Jahre entworfenen Lounge im Esplanade am Potsdamer Platz. Dort feierten in der Nacht zum Sonnabend 400 Gäste, darunter Tom Tykwer, Fatih Akin, Willem Dafoe, Katarina Witt, Florian Gallenberger und Oskar Roehler.

Unweit davon war eine recht aufgeregte Heike Makatsch zu erleben. Obwohl sie nach der Premiere ihres Films „Hilde“ im Friedrichstadtpalast viel Applaus bekommen hatte, fühlte sich die Schauspielerin erst mal „mehr konfus als erleichtert“, als sie zur Premierenparty in der alten dänischen Botschaft in Tiergarten kam. Nachdem ihr dann aber noch einmal Gäste wie Hannelore Elsner, Judy Winter und vor allem Paul von Schell gratulierten, fing auch Makatsch an zu strahlen. Besonders von Schells Lob dürfte sie gefreut haben. Er war der dritte und letzte Ehemann Hildegard Knefs, die 2002 in Berlin starb und deren Leben Regisseur Kai Wessel jetzt mit Makatsch als Hauptdarstellerin verfilmt hat. Von Scheel hatte das Filmteam beraten und fühlte sich im Kreis der Schauspieler durchaus wohl. Unter ihnen Hanns Zischler, der die Rolle des Filmproduzenten Erich Pommer übernommen hatte, und der junge Trystan Pütter, der Knefs ersten Ehemann Kurt Hirsch spielt.

Während sich Makatsch, begleitet von ihrem Freund, dem Tomte-Musiker Max Schröder, erst mal beruhigen musste, blieb Sänger Roger Cicero ganz cool – dabei hätte Grund zur Aufregung gehabt. Schließlich gab er mit der Rolle des Musikproduzenten Ricci Blum sein Filmdebüt. „Sich selbst auf so einer großen Leinwand zu sehen, ist schon toll“, sagte Cicero, der begeistert davon war, wie gut Heike Makatsch Knefs Chansons gesungen hatte. Am Freitagabend beließ es die Schauspielerin allerdings lieber beim Tanzen, später gesellten sich noch die Schauspieler Richy Müller und Daniel Brühl dazu. Rote Rosen regnete es für Makatsch zwar nicht. Dafür wartete ein dicker Strauß am Ausgang auf sie. Bi/sop

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