Benefiz-Event : Heilende Arien bei der Aids-Gala

Die Festliche Gala für die Aids-Stiftung in der Deutschen Oper feierte gestern 15. Geburtstag. Sie gilt als Vorbild für viele Charity-Aktionen zur Bekämpfung von Krankheiten. Max Raabe moderierte den Abend, bei dem es ein überraschendes Wiedersehen mit einem Glamour-Paar gab.

Elisabeth Binder

Max Raabe bekannte sich zu seinem Lampenfieber. „Das ist keine einfache Aufgabe“, sagte der Moderator der 15. Festlichen Operngala für die Aids-Stiftung, der in diesem Jahr schon zum zweiten Mal allein die rituellen „Notwendigen Bemerkungen zu dramatischen Musikbeispielen“ vortrug. Zum Jubiläum wurden noch einmal die großen Fußstapfen seines Vorgängers Loriot sichtbar, der die Gala viele Jahre moderiert hatte und entscheidend dazu beitrug, dass sie in den Jahren rund um den Regierungsumzug zu den ersten gesellschaftlichen Events zählte, die nationale Strahlkraft hatten und Gäste aus dem In- und Ausland nach Berlin zogen.

Sternchen wurden nicht eingeladen

„Es ist uns früh gelungen, das Thema Aids aus der Schmuddelecke herauszuholen“, resümierte Unternehmer Alfred Weiss, der zusammen mit Alard von Rohr und der verstorbenen Irina Pabst die Gala initiiert hat. Dass, wie in diesem Jahr, die Gala in der Deutschen Oper lange vorher ausverkauft ist, war in den schwierigen Anfangsjahren nicht abzusehen. Konsequent achteten die Veranstalter auch diesmal darauf, dass aus der Aidsgala kein Glitzerevent für Sternchen wurde.

Die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker übernommen. Stammgast ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der mit seinem Lebenspartner Jörn Kubicki kam und sich mit Blick auf Gottschalks parallel laufende Sendung aus der O2-World einen kleinen Scherz erlaubte: „Wetten, dass ... das hier eine sehr schöne Veranstaltung wird?“ Schauspielerin Katja Flint hatte Sohn Oskar mitgebracht, Musikproduzent Jack White war mit seiner Janine da. Erschienen waren auch der britische Botschafter Sir Michael Arthur mit Lady Plaxy Gillian Beatrix, Verlegerin Friede Springer, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Modedesigner Otto Kern, die Kuratoriumsvorsitzende Begum Inaara Khan, die Schauspieler Gottfried John, Judy Winter und Gesine Cukrowski sowie Entertainer und Bestseller-Autor Hape Kerkeling. Der hatte, wie im vergangenen Jahr, vorab einen Empfang der Galerie Camera Work moderiert, die mit einer stillen Auktion von Bildern der Fotografen Michel Comte und Thomas Billhardt die Arbeit der Aids-Stiftung unterstützte.

Wiedersehen mit dem Schweizer Ex-Botschafterpaar Borer-Fielding

Die Gala wurde auch zu einem Wiedersehen mit dem früheren Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer-Fielding, und seiner Frau Shawne Fielding. Sie habe für Obama gefiebert, verriet die Texanerin und erzählte auch, dass ihr Sohn mittlerweile ein einjähriges Schwesterchen habe.

Hauptredner war diesmal der in der Sache vielfältig engagierte Textilunternehmer Albert Eickhoff . Wie es schon Tradition ist, hatten sich Solisten wie die Sopranistinnen Annette Dasch und Hui He und Tenöre wie Maxim Mironov und Fernando Portari bereiterklärt, für den guten Zweck gratis aufzutreten. Auch mit dem Reigen beliebter Opernarien, der einer großen After-Show-Party im Bühnenbereich vorangeht, waren die Initiatoren der Aidsgala vor 15 Jahren wegweisend.

Sobald die Arien verklungen waren, dirigierte Interconti-Küchendirektor Alf Wagenzink rund 80 Köche und 200 Servicemitarbeiter, um die mehr als 2000 Gäste kulinarisch zu erheitern.

Fünf Millionen Euro wurden in den letzten Jahren gesammelt

Inzwischen ist die Konkurrenz auf dem Charity-Markt auch in Berlin groß, aber das Original wird trotzdem immer populärer. Rund fünf Millionen Euro bekamen die Initiatoren zugunsten der Deutschen Aids-Stiftung in den letzten Jahren zusammen. Längst geht es nicht mehr nur darum, Aidskranken in Deutschland zu helfen. Initiator Alfred Weiss ist besonders stolz auf das Hilfsprogramm „Dream“ in Mosambik, das mit Erlösen aus der Gala unterstützt wird. „Die Behandlung einer HIV-positiven Mutter, die verhindert, dass ihr ungeborenes Kind sich ansteckt, kostet nur 650 Euro im Jahr“, sagt Weiss. „Wie wenig angesichts der Milliarden, die von der Finanzkrise weggespült wurden!“

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