Berlin : Mitgründer der Stasi-Kneipe war selbst IM

Wilfried Gau, einer der Gründer der Berliner Stasi-Kneipe "Zur Firma", war selbst früher Informeller Mitarbeiter der Stasi gewesen. Der Wirt der Gaststätte, Wolfgang Schmelz, hat seinen Geschäftskollegen entlassen.

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Stasi-Kneipe. Vollgestopft mit DDR-Devotionalien. -Foto: dpa

BerlinEiner der Gründer der umstrittenen Berliner Kneipe "Zur Firma" ist einst selbst Informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen. "Ich habe es aus Überzeugung gemacht, weil die Stasi nichts anderes war als der Geheimdienst der DDR", sagte Wilfried Gau dem Online-Magazin stern.de. Er habe aber niemanden "ans Messer geliefert". Zu DDR-Zeiten arbeitete er laut Bericht als gastronomischer Leiter eines Hotels. Wenn wichtige Funktionäre gekommen seien, hätten sich Stasi-Offiziere bei ihm erkundigt, welche Kellner für die Bewirtung in Frage kämen.

Gau hatte das Restaurant vor wenigen Wochen zusammen mit Wirt Wolfgang Schmelz eröffnet. Stammgäste können dort den Titel Inoffizielle Mitarbeiter (IM) erwerben. Sie erhalten dazu einen Ausweis mit Registrierungsnummer. Die Speisekarte ist mit einem DDR-Emblem verziert und war einmal eine amtliche Urkundenmappe. Die Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, bezeichnete die Kneipe als "Geschmacklosigkeit". Gau hingegen sagte, die Gaststätte sei "satirisch gemeint". Laut stern.de wurde Gau wegen seiner Stasi-Vergangenheit von seinem Geschäftspartner Schmelz, der als Alleininhaber der Kneipe eingetragen ist, entlassen. (kk/ddp)

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