Berlin : Über 100 Menschen bei Mahnwache für Marco W.

Zu einer Mahnwache am Brandenburger Tor versammelten sich neben Marcos Bruder Sascha mehr als 100 Menschen um auf das Schicksal des in der Türkei inhaftierten 17-jährigen Schülers aufmerksam zu machen. Das Verfahren trete nun in eine "hochsensible" Phase, so ein Anwalt.

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"Hilfe für Marco". Mahnwache und Fackelzug am Brandenburger Tor. -Foto: dpa

Neben Freunden, Verwandten und Berliner Unterstützern erschienen auch einer von Marcos Anwälten, Matthias Waldraff, sowie der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) und ehemalige Berliner Feuerwehrchef, Albrecht Broemme, wie das Aktionsforum "Hilfe für Marco" mitteilte. Der Schüler, der THW-Helfer ist, sitzt seit Mitte April in der Türkei in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, im Urlaub eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben.

Marcos Bruder Sascha sagte, er kämpfe seit Monaten für seinen Bruder. "Ich kenne ihn einfach am besten. Es ist unfassbar", fügte der 20-Jährige sichtlich bewegt hinzu. "Ich weiß, dass er unschuldig ist und vermisse ihn sehr", sagte Sascha. Er berichtete, dass Marco von der Mahnwache in Berlin wisse und sich über die Unterstützung freue.

Äußerungen von Politikern Hätten "fraglos geschadet"

Waldraff wollte sich zu dem Verfahren in der Türkei nicht äußern. Zur Begründung sagte er, "jede kleine Äußerung könne zu Spekulationen und Missverständnissen führen". Er sprach von einer "hochsensiblen" Phase des Prozesses, nachdem die Aussagen des britischen Mädchens im Detail veröffentlicht wurden. Die Äußerungen von Politikern zu Beginn des Verfahrens hätten Marco und dem Prozess "fraglos geschadet", sagte der Anwalt weiter. Zur Verfassung des Schülers sagte er, es gehe seinem Mandanten schlecht. Er sei psychisch angeschlagen und leide an Asthma und Neurodermitis.

Bis zum späten Abend wollten die Teilnehmer am Brandenburger Tor ausharren und dort Kerzen anzünden. In Frankfurt am Main und München waren ähnliche Aktionen geplant. (mit ddp)

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