Berlinale : Champagner bis unters Luxus-Hoteldach

Die Berlinale versetzt die Hauptstadt in einen Glamour-Rausch - und das Service-Personal von Hotel und Gastronomie in ordentlichen Stress. Die Filmstars beziehen in Berlin Quartier - und erwarten: Wasser aus Japan, Spezialdrinks und Butler en masse.

Bernd Matthies
Berlinale
Die Arkaden am Potsdamer Platz im Zeichen der Berlinale. -Foto: AFP

Woran erkennen wir die Überdrüber-Superstars der Berlinale? Sie ignorieren gern die Luxussuiten der Luxushotels und fliegen nach dem Auftritt mit dem Privatjet zurück nach Beverly Hills oder anderswo. Dennoch werden die teuersten Betten der Stadt auch diesmal wieder komplett belegt sein, denn nicht jeder Star schläft gern im Flieger, und mancher wird Berlin auch ganz gern mehr als nur einen Blitzbesuch abstatten. Und die ersten Jurymitglieder, die ja die ganze Zeit ausharren, sind sogar schon da.

Berlin ist mit 20 Fünf-Sterne-Hotels in allen Stilrichtungen sowohl für Madonna als auch für die Stones gut gerüstet. Die üblichen Doppelzimmer sind zwar eher was fürs glamouröse Fußvolk, aber eine Anzahl von Suiten mit Hollywood-Anspruch haben sie alle: Zwölf beispielsweise bietet das Grand Hyatt, das wegen seiner Lage am Potsdamer Platz als offizielles Festspielhotel fungiert. Von der Lobby bis zum roten Teppich sind es nur ein paar Schritte, und Hotelsprecherin Christina Richter kann sich insofern auf die Frage, welche Stars denn im Haus erwartet werden, entspannt zurücklehnen und wahrheitsgemäß „alle!“ sagen – schließlich finden hier sämtliche Pressekonferenzen zum Wettbewerb statt.

Das Haus hat Routine im Umgang mit der Berlinale: Der Personalstand wurde durch Fachkräfte aus Schwesterhäusern in ganz Deutschland vorsorglich auf nahezu doppelte Stärke gebracht. So werden Bars und Restaurants nahezu rund um die Uhr in Betrieb sein, eilige Gäste werden per spezieller Snackkarte versorgt, und auch der Zimmerservice ist gut vorbereitet.

Statusbewusste Stars werden möglicherweise dennoch im Adlon logieren, weil es nun einmal das Adlon ist. Das Haus hat sein Champagnerlager bis zum Platzen gefüllt und wieder einen speziellen Berlinale-Cocktail für die Lobby-Bar kreiert. Manche Stars scheuen sich nicht, drunten herumzuspazieren, dennoch werden die großen Stars wohl eher im Schutze einer der 29 Suiten entspannen. „Nette, relaxte Leute, die sich ganz normal benehmen“, sagt Hotelsprecherin Sabina Held. Dafür, dass sie sich nicht selbst mit so profanen Dingen wie Essenbestellen oder Schuheputzen beschäftigen müssen, sorgen insgesamt sechs zum Butler ausgebildete Mitarbeiter, die über alle VIP-Vorlieben vorab im Bilde sind. Auf exzentrische Extrawünsche ist das Haus ohnehin eingerichtet: Mineralwasser aus Japan? Bordeaux im Gegenwert eines Kleinwagens? Alles da. Was sonst noch fehlt, wird beschafft.

Auch das Regent am Gendarmenmarkt hat seine Fans unter den Hollywood-Größen. Welche es diesmal sein werden, wird auch hier nicht verraten. Doch die 39 Suiten sind natürlich ausgebucht, und bevor es richtig losgeht, muss das Personal sich erst einmal beim Besuch des marokkanischen Ministerpräsidenten warmlaufen. „Alle Suiten ausgebucht’“ heißt es erwartungsgemäß auch im Ritz-Carlton, das ja vom Festspielhaus mit kurzem Fußmarsch erreichbar ist. Zaungäste seien gewarnt: Die Stars werden wohl trotzdem auch von hier lieber den diskreten Shuttle-Dienst in Anspruch nehmen.

DIE KARTEN

Generell gilt: Maximal drei Tage vor Vorstellungsbeginn können Karten gekauft werden. An den Abendkassen jeweils bis zu einer halben Stunde vorher – sofern das Kontingent noch nicht ausgeschöpft ist.

DIE PREISE

Eintrittskarten kosten meist sieben Euro, im Berlinale-Palast elf Euro und für die Generation-Vorstellungen drei Euro. Um 50 Prozent ermäßigte Karten für Schüler, Studenten, Behinderte, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger sind an den Tageskassen der Kinos erhältlich – gilt jedoch nicht für den Berlinale-Talent- Campus. Es werden maximal zwei Karten pro Person ausgegeben.

DIE KASSEN

Der Vorverkauf findet täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr in den Arkaden am Potsdamer Platz statt, sowie im Haus der Berliner Festspiele (Schaperstraße 24, Wilmersdorf) und im Kino International (Karl-Marx-Allee 33, Mitte). Tickets gibt’s auch an vielen Theaterkassen. Zusatzkosten: jeweils zwei Euro.

DIE INTERNETTICKETS

Im Internet sind Kinokarten auf www.berlinale.de erhältlich, für einen Aufschlag von 1,50 Euro. Achtung: Kreditkarte bereithalten.

DER PUBLIKUMSTAG

Am 17. Februar, dem letzten Tag der Berlinale, findet der sogenannte Kinotag statt. Alle Karten kosten dann 6 Euro. Der Vorverkauf läuft bereits.

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