Berliner Zoo : Das Glück der Geburtstagskinder

Vor 165 Jahren wurde der Zoologische Garten eröffnet – das muss gefeiert werden: mit einem großen Familienfest am Sonnabend.

Annette Kögel
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Hoppla. Tierkinder haben es auch nicht immer leicht: Grevy-Zebra „Gabora“ muss seinem Fohlen „Kibale“ noch zeigen, wie man...ddp

Der Mann war durch Afrika gereist, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als an Billigflieger noch nicht zu denken war. Martin Hinrich Lichtenstein, geheimer Medizinalrat und Direktor des Zoologischen Museums, erzählte Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. damals von seinen Abenteuern. Der war so begeistert, dass er 1841 seine im Tiergarten gelegene Fasanerie und die auf der Pfaueninsel gehaltenen Tiere der Öffentlichkeit zugänglich machte und sie der Berliner Bevölkerung schenkte. So konnte am 1. August 1844 der Zoologische Garten „bei Berlin“ eröffnen. Vom Stadtzentrum war die Einrichtung damals durch den Tiergarten getrennt – Berlin hatte gerade mal 400 000 Einwohner.

Heute ist der Berliner Zoo die älteste Einrichtung dieser Art in Deutschland, der neuntälteste Zoo der Welt – und jener mit den meisten Arten auf der ganzen Erde. Der Zoo ist zudem mit drei Millionen Gästen 2008 die besucherstärkste Freizeiteinrichtung der Hauptstadt, natürlich auch – aber nicht nur – wegen Eisbär Knut.

Wenn das nicht alles Gründe sind zum Feiern. Am Samstag bietet der Zoo volles Programm (siehe Kasten). Es gibt so viel zu entdecken: Die Affenhäuser werden umgebaut. Das Antilopenhaus ist schon neu gestaltet. Man kann die Elefanten beobachten, wie sie ihr größeres Außengehege inspizieren und in den Sandhaufen buddeln und spielen. Rotrückenpelikane und Höckerglanzgänse, Lisztäffchen und Senegalgalagos – so illuster die Namen, so faszinierend die Tiere.

Der Berliner Starvisagist René Koch gehört zu den Stammgästen im Zoo. „Ich lasse mich so gern vom Aussehen der Tiere etwa für Make-ups inspirieren“, erzählt Koch. „Bei den Tieren sind die Männer die bunteren und hübscheren, bei den Menschen ist das ja umgekehrt“, sagt Koch und lacht. So entlieh er den Pandabären etwa den „Smokey Eyes“-Schminklook. René Koch ist einer von insgesamt 165 Botschaftern, die anlässlich einer Charity-Aktion 1000 Euro zugunsten von Kindern aus finanzschwachen Elternhäusern spenden. „Ich bin auch eine von den sogenannten goldenen Botschaftern“, sagt Sängerin Lucy van Org. Ihr sei als Mutter besonders der natur- und artenschützerische Auftrag der Zoos wichtig. Auf Umwelterziehung von Kindern ist die Zooschule spezialisiert, zu ihren Angeboten erhalten Besucher des Geburtstagszoos am großen Feiertag ebenso Informationen.

Eine Visite lohnt sich auch wegen der Senioren wie den Zoo-Oldies Gorilla Fatou oder China-Alligator Mao– beide seit 1957 im Zoo. Und wegen der vielen kleinen süßen Tierkinder überall in den Gehegen. Und die gab es zur Geburtsstunde des Zoos 1841 ja auch schon.

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