BERLINS STRASSENVERKEHR Lange Bauzeiten und Koordinationsprobleme : Da staut sich was zusammen

Berliner müssen sich in den kommenden Monaten auf erhebliche Behinderungen einstellen: Knapp 120 Baustellen auf den Straßen bremsen den Verkehr

Klaus Kurpjuweit

Sommerzeit – Baustellenzeit. In den nächsten Wochen wird in der Stadt wieder kräftig gebuddelt; die Baustellen auf den Straßen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Mit Staus ist oft zu rechnen. Die Liste der Baustellen bei der Verkehrslenkung des Senats für die kommenden Wochen enthält knapp 120 Projekte – große und kleine.

Weitergebaut wird am Tunnel der Stadtautobahn unter dem Flughafen Tegel, wo es regelmäßig Staus gibt. Dort sollen die Arbeiten erst Mitte 2008 abgeschlossen sein. Vom 2. Juli bis 31. August wird es auch am Dreieck Funkturm eng. Dort wird die Verbindung von der Avus zur Stadtautobahn Richtung Norden saniert. Dazu muss die Verbindungsfahrbahn wahrscheinlich in den Sommerferien voll gesperrt werden.

Dass in diesem Jahr mehr gegraben wird als zuvor, ist auch eine Konsequenz der Fußballweltmeisterschaft. Vor Jahresfrist klappte die Koordination, die Stadt während der Spiele weitgehend frei von Straßenbaustellen zu halten. Die Konsequenz ist, dass viele damals aufgeschobene Arbeiten zum Teil erst jetzt nachgeholt werden. Gleich bis 2010 dichtgemacht wird im Juli die Einmündung der Rudower Chaussee ins Adlergestell am S-Bahnhof Adlershof. Dort wird die Bahnbrücke abgerissen und neu gebaut. Die Umleitung erfolgt über die Köpenicker Straße und den Groß-Berliner Damm. Im gesamten Umkreis befürchten die Planer einen ständigen Stau, zumal auf dem vielbefahrenen Adlergestell auch noch eine provisorische Haltestelle für die Tram angelegt wird. Wenige Meter weiter stadteinwärts gehen auf dem Adlergestell auch die Arbeiten der Wasserbetriebe im Bereich der Bahnbrücke nach Oberspree weiter. Hier gibt es weniger Fahrspuren – und Stau. Eine Großbaustelle bleibt auch der Bereich Alexanderplatz, wo vor allem an der Grunerstraße der Neubau eines Geschäftshauses den Verkehr beeinträchtigen kann. Staugefahr vor allem in Spitzenzeiten gibt es im Bereich Otto-Braun- und Karl-Liebknecht-Straße beim Bau einer Tiefgarage. Vor Staugefahr warnen die Planer nicht weit davon entfernt im Bereich Schillingbrücke/ Holzmarktstraße/Stralauer Platz undAndreasstraße, wo ebenfalls die Wasserwerke buddeln.

Staugefahr gibt es zudem mehrfach auf der Frankfurter Allee in Friedrichshain-Kreuzberg. Hier sanieren die Wasserwerke im Bereich der Straße der Pariser Kommune ihre Leitungen, am Frankfurter Tor baut die BVG einen neuen Zugang zum U-Bahnhof, und am Strausberger Platz werden die historischen Kandelaber erneuert. Stauwarnung gibt es ferner für die Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain, die Märkische Allee in Marzahn, die Bülow- und Potsdamer Straße in Schöneberg, die Schloßstraße in Steglitz, die Rathausstraße in Tempelhof sowie die Michael-Brückner-Straße und die Schnellerstraße in Treptow.

Eine Dauerbaustelle immerhin könnte auch ihr Ende finden. Vom 23. Juli bis zum 16. September will die BVG ihre Straßenbahngleise auf der Warschauer Brücke in Friedrichshain so befestigen lassen, dass keine Risse mehr im Asphalt entstehen. Hier sind die Fahrspuren auf den Gleisen seit Jahren für Autos gesperrt. Klappt alles, wird immerhin dieses Nadelöhr aufgehoben.

Das Schlimmste steht den Autofahrern aber noch bevor: Im nächsten Jahr soll unter anderem die Spandauer-Damm-Brücke abgerissen und neu gebaut werden, was den Verkehr erheblich durcheinanderbringen wird. Eine Großbaustelle kann 2008 auch die Bösebrücke im Verlauf der Bornholmer Straße werden, bei der noch nicht feststeht, wie aufwendig die Arbeiten sein werden. Und die ebenfalls mit Sperrungen verbundenen Arbeiten auf der Avus sind auf Frühjahr 2009 verschoben worden. Ursprünglich waren alle diese Arbeiten für dieses Jahr geplant.

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