Berühmte Drehorte : Hauptdarsteller Berlin

Großes Kino: Unsere neue Sommerserie führt zu berühmten Drehorten in der Stadt.

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Auf dem Kamerawagen. 1961 drehte Billy Wilder (li.) in Berlin "Eins, zwei, drei". -Foto: Stiftung Deutsche Kinemathek

Der erste wichtige Drehort der Berliner Kinogeschichte? Das war das Etablissement des Gastronomen H. Sello in der Berliner Straße 27 in Pankow, mit Café, Ballsaal und Garten. Am 1. November 1895 hatten die Brüder Skladanowsky im Wintergarten in der Friedrichstraße ihr Bioskop-Programm erstmals öffentlich gezeigt und damit das Filmzeitalter eröffnet. Allein die Hälfte der acht Szenen war aber in Pankow entstanden, weitere Drehorte waren der Zirkus Busch am Hackeschen Markt, das Friedrich-Wilhelmstädtische Theater in der Chausseestraße und der Garten des Stadttheaters Alt-Moabit.

Seither gibt es wohl kaum noch einen Ort in der Stadt, auf den sich das Auge einer Filmkamera bislang nicht gerichtet hat. Die tastenden Versuche der Skladanowskys waren nur der Beginn eines Weges, auf dem Berlin zu einem der wichtigsten Drehorte Deutschlands aufstieg, dessen filmischen Potenzials sich aber auch ausländische Produktionsfirmen und Regisseure seit jeher gerne bedienten und das sie mehr und mehr anlockt – und nicht immer spielen deren Filme dann auch am Drehort. London, Paris, Moskau, Fantasiestädte der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft – für Berlin kein Problem, sie darzustellen.

Drehort Berlin – das ist auch das Thema der neuen Sommerserie, die ab Dienstag im Tagesspiegel erscheint. Unmöglich, dieses weite, seit über einem Jahrhundert bestellte Feld dabei auch nur annähernd zu sondieren. Aber einige Schlaglichter auf berühmt gewordene Sets der Stadt lassen sich dabei doch werfen, exemplarische Ausschnitte aus einer glamourösen Geschichte, die prall gefüllt ist mit Anekdoten, Skandalen, Heiterem wie Traurigem, in der sich hinter altem Gemäuer mitunter die spannendsten Geschichten verbergen. Die Sommerserie stellt also diesmal Berlin vor, wie es sich in Spielfilmen präsentiert. Mal ganz authentisch, weil an Originalschauplätzen gedreht, mal als Mogelpackung, weil woanders aufgebaut, mal als Mimikri, weil es im Film eine andere Metropole darstellt.

Viele Fragen werden dabei beantwortet. Wie kamen beispielsweise Berliner Originalbauten von 1947 in einen Streifen, den Billy Wilder in Hollywood drehte? Und wieso musste das Brandenburger Tor später von ihm unbedingt in München nachgebaut werden? So erzählen wir Geschichten rund um die Dreharbeiten berühmter Filme aus Ost und West, von damals und heute. Und damit es nicht nur beim Lesevergnügen bleibt, bietet die Serie gleich noch ein bisschen Ferienprogramm dazu.

In Zusammenarbeit mit Cinestar und der Kulturbrauerei zeigen wir immer am Tag nach Erscheinen der Serienfolge einen der vorgestellten Spielfilme in einer Sondervorstellung. Dafür verlosen wir Gratis-Kinokarten.

Jede der sechs Folgen bietet ein Aktivprogramm zum Film. Mal können Sie auf den Spuren von Marlene Dietrich wandeln, mal mit Profis Rock’n’Roll tanzen. Mal auf einer Radtour Mauerspuren folgen, mal „Herrn Lehmanns“ Vor-Wende-Kreuzberg erkunden oder die Namensvettern zu „Octopussy“ bei Sea Life besichtigen. Vielleicht wollen Sie aber auch lieber erlebnisbaden gehen oder den Filmpark Babelsberg samt Fundus kennenlernen? Dann melden Sie sich bei den Extratouren für Tagesspiegel-Leser an. Denn die gibt’s teils gratis oder aber zum Serien-Sonderpreis. Ab morgen – im Berlinteil des Tagesspiegels. ac/lei

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