Bierfest : Feiern wie die Bayern

München macht’s vor, Berlin macht’s selbst. In den nächsten Wochen werden auf so vielen Hauptstadt-Oktoberfesten Maßkrüge gestemmt und Brezn geknabbert, dass wirklich für jeden Berliner eine passende Wiesn dabei sein sollte. Wir haben den weiß-blauen Festüberblick.

Jan Oberländer
Nahles
Andrea Nahles im roten Dirndl im bayerischen Oktoberfestzelt in Berlin. -Foto: dpa

München macht’s vor, Berlin macht’s selbst. In den nächsten Wochen werden auf so vielen Hauptstadt-Oktoberfesten Maßkrüge gestemmt und Brezn geknabbert, dass wirklich für jeden Berliner eine passende Wiesn dabei sein sollte. Wir geben den weiß-blauen Festüberblick:

Familiär. Die kleinste Wiesn Berlins ist das Spandauer Oktoberfest neben dem Brauhaus am Falkenseer Platz. Hier gibt es noch bis zum 12. Oktober das vor Ort gebraute „Maronator-Bier“ für 7,40 Euro pro Maß. Offen ist täglich von 14 bis 22 Uhr, sonn- und feiertags ab 12 Uhr. Der Eintritt ist frei. Auf dem zugehörigen Volksfest kosten mittwochs alle Fahrten die Hälfte, montags ist „Ladies’ Day“. Dann zahlen große Mädels nur 1 Euro für das Glas Sekt, kleine kriegen einen Apfelsaft.

Bodenständig. Die Heimat des Oktoberfests liegt näher, als man denkt, nämlich nahe der B 101. Das Dörfchen München im brandenburgischen Landkreis Elbe- Elster veranstaltet schon seit acht Jahren ein Oktoberfest. Am 2. Oktober ist Anstich, vier Tage lang ist ab 18 Uhr Programm. Zwar stimmt der angekündigte Auftritt von Partygranate „Volker Racho“ nachdenklich, das Preisniveau aber macht Laune: Eintritt 5 Euro, Bier 6 Euro, Wurst 1,50 Euro. Der letzte Tag beginnt schon um 10 Uhr mit Maßkrugstemmen und Weißwurstwettessen.

Edel. Die Betreiber der „Fischerhütte“ sind Österreicher, darum ist das Restaurant am Schlachtensee vom 2. Oktober bis 2. November nicht weiß-blau, sondern rot-weiß dekoriert. Das Ambiente ist exklusiv, aber zünftig. Für 10 Euro bekommt man eine Biertischreservierung, die Spaten-Maß kostet 8,50 Euro. Wurscht und Brezn gibt’s auch. Einlass ist mittwochs bis sonntags ab 18 Uhr. Die Band „Edelweiß Express“ spielt so lange Volksmusik und Schlager, bis das junge, in Dirndl-und-Lederhosen-Schick gekleidete Zehlendorf-Publikum auf den Bänken tanzt. Auf den Tischen ist das nämlich nicht gestattet.

Touristisch. Bereits am 17. September wurde das Festzelt vor dem Roten Rathaus in Mitte eröffnet. Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hob den Maßkrug zum feierlichen Prosit, nachdem sein Parteikollege Markus Söder das erste Fass angestochen hatte (zwei Schläge). Der Liter Löwenbräu kostet 6 Euro, der Eintritt ist frei. Geöffnet ist das Zelt noch heute und morgen zwischen 11 und 22.30 Uhr.

Cool. Die „Mittewiesn“ ist für Gäste gedacht, „die sich eben nicht vorm Roten Rathaus ins Zelt setzen“. Sagt Martin Hölzl vom Rodeo Club, der gemeinsam mit dem Spindler & Klatt an der Heidestraße 73 (Ecke Invalidenstraße) ein Festzelt aufgestellt hat. Vom 3. Oktober bis zum 2. November ist hier täglich Gaudi für „coole junge Leute“, die eben zur Abwechslung mal nicht in einen Club, sondern aufs Oktoberfest gehen. Von 18 bis 2 Uhr spielt eine Blaskapelle krachige Wiesn-Hits. Am Wochenende kann schon ab 12 Uhr geschunkelt werden, allerdings liegt der Eintritt auch bei 5 Euro, werktags sind es 3 Euro. Die Maß gibt es für 8,90 Euro, die Weißwurst für 5,80 Euro. Montags wird der Platz zur „Gay Wiesn“ mit Partyprogramm für schwules Publikum. Außerhalb des Zelts läuft entspannte Clubmusik, damit das Publikum auch mal Pause machen kann. Auch eine Schießbude gibt es. Schließlich sei die Münchener Wiesn Vorbild für seine Veranstaltung, erklärt Hölzl. Wie viele Gäste in Tracht kommen, werde sich zeigen. „Ich werde meine Lederhosen jedenfalls anziehen.“

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