Bissige Panther, goldene Damen : Die Filmbranche feiert in Berlin

Die besten deutschen Nachwuchsschauspieler wurden am Donnerstagabend im Café Moskau im Rahmen des "New Faces Awards" mit dem roten Panther ausgezeichnet.

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Nora von Waldstätten schreibt schnell noch ein Autogramm.
Nora von Waldstätten schreibt schnell noch ein Autogramm.Foto: dpa

Sein Körper ist schlank und zugleich muskulös, das Maul hat er weit aufgerissen, die Zähne blitzen scharf. Ziemlich furchteinflößend sieht er aus, der rote Panther – und ist damit symbolisch der passende Preis für den Filmnachwuchs. Schließlich ist die Branche kein Kuschelklub, wer hier Erfolg haben will, muss sich durchbeißen. Die Nachwuchsschauspieler, die das erfolgreich geschafft haben, wurden nun am Donnerstagabend vom Magazin „Bunte“ im Rahmen des New Faces Award im Café Moskau an der Karl-Marx-Allee in Mitte mit dem roten Panther ausgezeichnet.

Eine Jury, zu der unter anderem Andrea Sawatzki und Christian Berkel sowie Erfolgsproduzent Nico Hofmann gehörten, hatte aus den „neuen Gesichtern“ der Branche die besten Talente ausgewählt. In der Kategorie „Beste Nachwuchsschauspielerin“ gewann Leonie Benesch („Das weiße Band“) vor Emilia Schüle („Rock It!“) und Constanze Wächter („Frühlings Erwachen“). Ihr Kollege Cecil von Renner („Dorfpunks“) wurde in der Kategorie „Bester Nachwuchsschauspieler“ ausgezeichnet, vor Daniel Axt („Rock It!“) und Jeremias Koschorz („Tatort“). In der Kategorie „Bester Debütfilm“ hatten es „Shahada“ von Burhan Qurbani, „Schwerkraft“ von Maximilian Erlenwein in die Endrunde geschafft, der Panther ging jedoch an Regisseurin Feo Aladag und ihren Film „Die Fremde“. Aladag darf gleich heute auf weitere Preise hoffen, denn nicht nur beim Nachwuchs findet sie Beachtung, sondern auch bei den Etablierten der Branche. Mit ihrem Erstling „Die Fremde“ ist sie beim Deutschen Filmpreis, der heute in Berlin verliehen wird, gleich in sechs Kategorien nominiert, unter anderem für das beste Drehbuch. Hauptdarstellerin Sibel Kekilli ist als beste Schauspielerin im Rennen.

Doch werden dieses Mal beim Deutschen Filmpreis nicht nur die Schauspieler und Filmemacher gefeiert, sondern auch der Preis selbst. Denn er wird bereits zum 60. Mal verliehen – ein Jubiläum, das selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht verpassen will. Sie wird vom Präsidentenpaar der veranstaltenden Filmakademie, Iris Berben und Bruno Ganz, erwartet. Verliehen wird der Preis im Friedrichstadtpalast, wo Benjamin Herrmann und Florian Gallenberger einen glanzvollen Rahmen für die Preisträger, Laudatoren und die glamourösen Gäste schaffen wollen. So hat sich Oscar-Preisträger Christoph Waltz ebenso angekündigt wie Corinna Harfouch, Burghart Klaußner und Hannah Herzsprung. Durch den Abend führen wird, wie schon im vergangenen Jahr, Barbara Schöneberger.

Als Auszeichnung warten auf die Preisträger im Friedrichstadtpalast übrigens keine gefährlichen Panther, sondern die goldenen Lolas, recht hübsch anzusehende Damen – aber auch die sollen manchmal ganz schön bissig sein. Sonja Pohlmann

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