Stadtleben : Blech mit Beulen

Mit Unfallautos war die Party zu „Das Bourne Ultimatum“ stilecht dekoriert Matt Damon, geplagt vom verrenkten Hals, ließ sich dennoch nicht blicken

Andreas Conrad

In der Realität müsste man sich jetzt Sorgen machen um die technische Zuverlässigkeit dieser beiden Fahrzeuge: ein blauweißer New Yorker Streifenwagen („NYPD 7454“), dahinter ein nagelneuer VW-Touareg, beides Unfallwagen, ziemlich ramponiert – nur die Airbags haben nicht ausgelöst. Aber das ist eben nicht die Realität, sondern das Kino, die Karambolage nur gespielt und der automobile Rest nur die Dekoration zur Filmparty, die der Wolfsburger Konzern nach der Premiere von „Das Bourne Ultimatum“ am Potsdamer Platz im nahen China-Club ausgerichtet hatte.

Eine Filmkamera auf Schienen gehörte gleichfalls zur Foyerausstattung, hinter der sich spaßeshalber der sehr berufene Michael Ballhaus aufbaute – für ihn der gewohnte Platz, diesmal war er nur Besucher. Auch Schauspielerin Julia Stiles posierte vor der Blechkulisse, obwohl die beiden Crash-Cars ja an die finale Phase des Films (Kinostart am 6. September) erinnern sollen, als die von ihr gespielte Jungagentin die Geschichte längst verlassen hat und sich nur noch Matt Damon und Gegner Edgar Ramirez auf den Straßen New Yorks ein Rennen auf Leben und Tod liefern.

Zur Party war Matt Damon nicht mehr aufgetaucht. Trotz seines verrenkten Halses hatte er alle Premierenverpflichtungen wacker bewältigt, dabei unermüdlich Autogramme verteilt und sich Kameras reichen lassen, mit denen er sich und die Fans Arm in Arm fotografierte, nicht ohne den prüfenden Blick danach, ob der Schnappschuss auch gelungen sei. Aber am späten Abend plagte ihn der Hals doch zu sehr. So verpasste er seinen Hollywood-Kollegen John Goodman, der von den Dreharbeiten zu „Speedracer“ im China-Club vorbeischaute. Im Vorfeld der Premiere hatte sich Damon in einem Lokal bereits mit Tom Cruise getroffen. Der dreht in Berlin und Umgebung den Stauffenberg-Film „Valkyrie“.

Kam schon der Darsteller des Titelhelden nicht – Produzent Paul Sandberg jedenfalls war da. Und als Gäste erschienen wieder Til Schweiger und Vadim Glowna, dazu Oliver Korittke wie auch der britische Botschafter Sir Peter Torry mit Tochter Herriet.

Oben im Club fanden sie nur noch dezente Tischdekoration vor: kleine Stadtpläne von Madrid und New York, dazu ein Stier hier, das Empire State Building dort sowie Modelle der beiden Autos, die der Konzern in den jeweiligen Filmsequenzen platzieren konnte. Niedlich.

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