Bleich und schön : "Twilight"-Star Robert Pattinson stellt seinen Film vor

Bei „Twilight“ gibt Robert Pattinson den blassen Sonderling. Am Bebelplatz ist das nicht viel anders. Und Christoph Waltz ist auch noch da.

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Er ist es. Auf wie vielen Handycams und Filmspeicherkarten Robert Pattinson wohl am Mittwochabend verewigt wurde?
Er ist es. Auf wie vielen Handycams und Filmspeicherkarten Robert Pattinson wohl am Mittwochabend verewigt wurde?Foto: dapd

Die erste Frage geht an Robert Pattinson. Die zweite auch. Die dritte auch. Die vierte auch. Und die fünfte? Geht an Robert Pattinson. Neben ihm schweigt Christoph Waltz auf dem Podest, der Oscar-Preisträger, der Vielgelobte. Mit so steinerner Miene, als nutze er die freie Zeit und trainiere bereits für seine nächste Bösewicht-Rolle.

Immerhin darf Waltz so im Hotel de Rome unter anderem für sich behalten, ob er schwer zu habende Frauen reizvoller findet, welches Souvenir er aus Berlin mitzunehmen gedenkt und was denn wohl ein Elefant zu ihm sagen würde, wenn der nun sprechen könnte. Robert Pattinson muss all das beantworten, doch er bleibt tapfer. Er hat in den letzten drei Jahren, seit er als gefühliger Vampir Edward in der „Twilight“-Reihe Weltruhm erlangte, schon weit dämlichere Fragen vorgesetzt bekommen.

Auf der Pressekonferenz am Bebelplatz stellt Pattinson den Kinofilm „Wasser für die Elefanten“ vor. Draußen warten 200 Teenager, sie sind viel weniger und viel leiser als die Horden, die abends am Potsdamer Platz neben dem Premierenteppich kreischen werden. Im Film mimt Pattinson einen beim Zirkus gelandeten Tierarzt, der sich unglücklich in die Kunstreiterin verliebt, gespielt von Reese Witherspoon. Die hatte keine Zeit für eine Promo-Tour nach Deutschland, dafür aber Christoph Waltz, der den herrschsüchtigen Zirkusdirektor verkörpert. Waltz und Witherspoon haben beide einen Oscar, Pattinson nicht, und „Wasser für die Elefanten“ wird daran sicher nichts ändern, aber jedenfalls möchte ein Journalist im Hotel de Rome gerne wissen, ob das nicht arg beängstigend war, neben so hochdekorierten Kollegen agieren zu müssen. Ganz im Gegenteil, sagt Pattinson. Wer miese Schauspieler auf der Besetzungsliste wisse, müsse viel Angst haben, denn dann komme es auf ihn alleine an. Ein Waltz an seiner Seite hingegen sei etwas Beruhigendes. Quasi eine Versicherungspolice.

Bei „Twilight“ gibt Robert Pattinson den blassen Sonderling. Am Bebelplatz ist das nicht viel anders. Ständig wuschelt er sich durchs Haar, guckt fürchterlich ernst dabei, stützt den Kopf auf, spricht leise, spielt mit dem Kronkorken seiner Wasserflasche, reibt sich die Augen. Gelangweilt wirkt er nicht, eher verschämt. Man möchte ihm zurufen: Setz dich wenigstens gerade hin, das ist gut für den Rücken. Robert Pattinson ist die verhuschte Gothic-Version von James Dean.

Seine wichtigsten Antworten in Kürze: Den 25. Geburtstag wird er nicht groß feiern, Deutsch kann er kein bisschen, seinen Hund hat er zu Hause in Los Angeles gelassen. Und schwupps, noch eine Frage an Christoph Waltz: Was für ihn denn den Reiz ausmache, immer die Bösewichter zu spielen. Na erstens, sagt er, gebe es doch gar keine echten Bösewichter. Bloß Protagonisten und Antagonisten. Der erste Typ werde eben immer mit attraktiven, jungen Männern mit glorreicher Zukunft besetzt. Und wenn man nun ihn und den anderen Herrn auf dem Podium hier vergleiche – was bleibe ihm selbst dann anderes übrig, als den Antipoden zu spielen? „So funktioniert das. Ungefähr.“

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