Botschafter-Verabschiedung : Die vielen Freunde des Shimon Stein

03.07.2007 07:57 UhrVon Elisabeth Binder

So eine hohe Prominentendichte wie beim gestrigen Abschiedsempfang des israelischen Botschafters Shimon Stein gibt es selbst bei gesellschaftlichen Großereignissen so gut wie nie.

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Herzlicher Abschied. Angela Merkel beim Empfang Shimon Steins - Foto: dpa

So eine hohe Prominentendichte wie beim gestrigen Abschiedsempfang des israelischen Botschafters Shimon Stein gibt es selbst bei gesellschaftlichen Großereignissen so gut wie nie. Dabei war er, wie Klaus Wowereit diplomatisch andeutete, ja kein einfacher Gesprächspartner, sondern einer, der polarisierte. Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker sah das milder: „In einer schweren Zeit hat er immer wieder sachliche, mitunter scharfe notwendige Kommentare abgegeben. Er hat sich hier ganz eingebracht. Und persönlich ist er mir ein Freund geworden.“ So empfand es wohl auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Obwohl Stein gesagt hatte, außer seiner eigenen solle es keine weiteren Reden geben, ergriff sie das Wort, um „im Namen der hier versammelten Freunde keine Rede zu halten, sondern nur ein herzliches Dankeschön loszuwerden“.

„Sie haben es uns nicht immer leicht gemacht“, sagte sie weiter. „Aber wir hoffen, dass wir Sie noch oft wiedersehen.“ Wohl dem, der solche Freunde hat. Neben Merkel, Weizsäcker und Wowereit war unter anderem Helmut Kohl in die israelische Botschaft gekommen, außerdem Christina Rau, Wolfgang Schäuble, Franz Müntefering, Michael Glos, Joschka Fischer, Gesine Schwan, Maybrit Illner, Otto Schily, Artur Brauner, Roland Hetzer, Reinhard Bütikofer, Dieter Kosslick, Hartwig Piepenbrock, Gary Smith und viele, viele andere. Das Defilee wollte gar kein Ende nehmen. Dabei hatte Shimon Stein zum Nationalfeiertag manchmal extra in die Philharmonie eingeladen, weil er Händeschütteln eigentlich nicht mag. „Er wird fehlen“, sagte Christina Rau, die ihn oft zum Tischherrn hatte.

Wenn er am 31. August gehe, werde er insgesamt sechs Jahre und acht Monate in Berlin gewesen sein, ein Höhepunkt seines Lebensweges, sagte Stein. In seiner kurzen Ansprache fasste er seine Amtszeit in Stichworten zusammen: „Spannend, zufriedenstellend, frustrierend, bereichernd, aufklärerisch.“

Bei aller schwierigen Politik hat es ihm offensichtlich geholfen, dass er einfach auch ein netter Mensch ist. Deshalb wurden auch Anekdoten erzählt. Angela Merkel erinnerte sich, wie sie ihm bei der ersten Begegnung gesagt hat: „Ihr Vorgänger konnte viel besser Deutsch als Sie“. Und dann merkte, dass sie nun erstmal unten durch war. Und der scheidende Botschafter selber sagte, von der Medienaufmerksamkeit, die ihm entgegengeschlagen sei, hätte er gern etwas an andere Diplomaten abgegeben. „Offenheit verletzt manchmal“, sagte er. Und dass er all jene um Nachsicht bitte, die er verletzt habe. An Klaus Wowereit gerichtet sagte er: „Wenn Sie einen Botschafter für die Kultur dieser Stadt brauchen - ich biete mich an.“ Elisabeth Binder

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