Boulevard der Stars : Marlene und ich

Nächsten Freitag bekommt der „Boulevard der Stars“ am Potsdamer Platz den ersten Stern.

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Fesche Lola. Weltstar Marlene Dietrich erhält als Erste einen Stern auf dem »Boulevard der Stars« inmitten der Potsdamer Straße....Foto: dpa

Marlene Dietrich – wer sonst? Die von Legenden umwobene Schauspielerin ist von einer Fachjury ausgewählt worden, als Erste auf dem Berliner „Boulevard der Stars“ geehrt zu werden. Für dieses Ereignis, das am 12. Februar auf der Potsdamer Straße vor dem Filmmuseum stattfindet, ist sogar eigens ein neues Wort kreiert worden, die „Erststernlegung“.

Dann ist erst einmal wieder Pause, weil Bauarbeiter im Frühjahr den eigentlichen Boulevard erst anlegen müssen, der aus einer großen roten Asphaltfläche bestehen soll. Ab September werden dann zunächst 40 Sterne an weitere Giganten der Film- und Fernsehgeschichte erinnern.

Boulevard der Stars
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1 von 13Bild: Graft/Art+Com
05.02.2010 13:14Während der Berlinale 2010 wurde der Grundstein für den "Boulevard der Stars" an der Potsdamer Straße gelegt. Der erste Stern ist...


Das Konzept des Architekturbüros Graft und der Mediengestalter von Art & Com besteht aus vier Elementen. Neben dem asphaltierten roten Teppich sind das die Stars, stilisierte Kameras und Scheinwerfer, die die Szenerie von oben illuminieren. Und anders als auf den bekannten „Walks of Fame“ sollen die Besucher mittun können: Sie können nicht nur die Autogramme vom Messingstern auf dem Boden abpausen, sondern sich auch mit dem betreffenden Star fotografieren lassen. Durch die Sehfenster der Kameras wird er dazu virtuell mit einem einfachen Spiegeltrick auf den nächsten Gehweg-Stern gezaubert; wer sich danebenstellt, kann sich durch das Fenster mit der eigenen Kamera im Duo fotografieren lassen – oder auch nur die Wiedergeburt des Stars solo ablichten. Wenn es dunkel ist, bestimmen die Spotlights auf den Sternen das Bild der Straße. Das Ganze soll auch dann funktionieren, wenn eines Tages die Planung für eine Tramstrecke verwirklicht werden sollte.

Zur Auswahljury gehören unter anderem Schauspielerin Senta Berger, Berlinale- Chef Dieter Kosslick und Hans-Hermann Prinzler vom Filmmuseum. Prinzler erläuterte, dass der Boulevard nicht nur Schauspieler ehren soll, sondern „alle Gewerke“, also auch beispielsweise Cutter, Kameraleute oder Drehbuchautoren. Nach den ersten 40 im September sollen in den kommenden Jahren maximal zehn weitere Sterne jährlich hinzukommen, wie die Projektchefin und Mitinitiatorin Georgia Tornow ankündigte. Man wolle auch die Nazizeit nicht ausblenden, kündigte sie an. Eine Debatte um die ausgewählten Namen sei ausdrücklich erwünscht.

Das Projekt kostet im ersten Schritt zunächst rund eine Million Euro, die das Land Berlin auch in der Hoffnung trägt, damit eine neue Touristenattraktion schaffen zu können. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher erinnerte daran, dass der Weg zum Boulevard nicht nur von Sternen, sondern auch von Steinen gesäumt“ war. Die ersten Pläne gehen auf das Jahr 2004 zurück. Der siegreiche Entwurf von Zaha Hadid aus einem ersten Wettbewerb konnte aber aus Kostengründen nicht realisiert werden. Lüscher sagte, ihr Wunsch sei es, dass das Projekt wachse und zu einem Boulevard auch der Literatur, Kunst und Musik werde. 

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