Stadtleben : Bündchen steht auf Plastik Topmodel stellte ihre neuen Badeschlappen vor

Sebastian Leber

Man könnte Gisele Bündchen so vieles fragen: Was sie etwa mit dem ganzen Geld macht, das sie als bestbezahltes Model der Welt verdient. Ob die Tiefenhypnose angeschlagen hat, mit der sie sich das Rauchen abgewöhnen wollte. Und natürlich: Ob die 27-Jährige tatsächlich wieder mit Ex-Freund Leonardo DiCaprio ausgeht.

Über all das wollte die Brasilianerin gestern nicht sprechen. Sondern bloß über Schuhe. Genauer gesagt: die neuen PVC-Badeschlappen der Firma „Ipanema“, mit rutschfesten Gumminoppen und schicker Ethno-Verzierung. Bündchen hat sie selbst entworfen und will damit Gutes tun. Ein Teil der Verkaufseinnahmen geht an die Umweltschützer vom WWF, auch ein Indioprojekt in Brasilien wird unterstützt. Das muss man dem Topmodel lassen: Gisele Bündchen setzt sich seit Jahren ehrenamtlich für alle möglichen Hilfskampagnen ein, unter anderem kämpft sie gegen Erderwärmung, Brustkrebs, HIV, Unterernährung in der Dritten Welt und gegen das Kondomverbot des Papstes. Nur mit der Tierschutzgruppe Peta kommt Bündchen nicht so gut klar, die hat das Model einmal bei der Arbeit auf dem Laufsteg gestört. Weil sie Kleider einer Firma tragen wollte, die auch Pelze verarbeitet.

Die gestrige Pressekonferenz sollte nur eine halbe Stunde dauern. Was Bündchen im Anschluss noch in Berlin unternehmen wollte, war geheim. Aber man kann es sich denken: Das Model schwärmt seit Jahren von den deutschen Autobahnen. Sowohl in Brasilien als auch in ihrer Wahlheimat USA hat Bündchen ständig Ämterstress wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Nach eigener Aussage schafft sie es auf einen Strafzettel pro Monat. „Ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern finde ich lächerlich.“ Dafür seien Autos einfach nicht gemacht, sagt sie, und die Deutschen hätten das begriffen. Hoffentlich hat sie jemand darüber informiert, dass es auf der Berliner Stadtautobahn sehr wohl Tempolimits gibt.

Gisele Bündchen gefällt noch mehr an Deutschland: die vielen Bäumen etwa sowie die Ordnungs- und Hygieneliebe der Menschen. „Man könnte direkt vom Asphalt essen, wenn man wollte“, sagt Bündchen. Sie fühlt sich übrigens auch ein bisschen als Deutsche. Schließlich sind ihre Ur-Ur-Großeltern von Deutschland nach Brasilien ausgewandert. Sie wuchs in der Aussiedler-Kolonie Horizontina auf, hatte Deutsch als Schulfach. Mit ganzem Namen heißt sie Gisele Caroline Nonnenmacher. Und eines ihrer Lieblingsessen sind Bratwürste. Davon kann sie Unmengen essen, ohne an Gewicht zuzunehmen. Nur Autofahren sei besser.Sebastian Leber

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