Charity : Mit Hartz und Schnauze

Wie Charity-Ladys sehen die drei ja nicht gerade aus: Aber Soloarzt Bela B. und die bereits in Rente gegangenen Rapper Icke & Er ("Richtig Geil") haben trotzdem ein Konzert für den "juten Zweck" organisiert – unter dem Motto "Ein Hartz für Berlin".

Rita Nikolow

Es ist Sonntagabend gegen halb sieben, als die 24-jährige Verena sich eine Konzertkarte kauft – für fünf Euro. „Ein Hartz für Berlin“ hat auch ein Herz für Hartz- IV-Empfänger. Die ersten 2000, die an der Abendkasse der Zitadelle erscheinen, müssen für ihr Ticket nur fünf statt 35 Euro zahlen. „Ich weiß gar nicht, wann ich zum letzten Mal in einem Konzert gewesen bin“, sagt Verena, die sich am meisten auf Peter Fox freut.

Los geht’s dann mit „Icke & Er“, die am Sonntag mal Pause vom Rentnerdasein machen und singen: „Schlimmer geht’s immer.“ Die optimistischere Fortsetzung folgt mit Clueso und Pohlmann. Als dann Sido und K.I.Z. auf die Bühne kommen, zieht der Himmel zu – passend zur düsteren Musik. Abgehalfterten Punkrock spielen die Schreck Pistols, die mit venezianischen Masken auf die Bühne kommen und an die Rapper von „Fettes Brot“ erinnern. Außerdem stehenMichael Hirte, T- Raumschmiere und der Straßenmagier Magisty Farid auf der Bühne.

Die Einnahmen des Konzerts gehen an den Verein Berliner Tafel. Der verteilt seit 16 Jahren Lebensmittelspenden an soziale und karitative Einrichtungen – und unterstützt damit 125 000 Berliner. „Dit is wirklich ein Traum“, hatte Frührentner Icke seine Vorfreude auf das Konzert und die eingehenden Spenden auf der Pressekonferenz in Worte gefasst. Die Tafel will vom Erlös bis zu 14 neue Lieferwagen kaufen.

Überraschungsgast Kurt Krömer witzelte ein paar Minuten über Berlins Haushaltsmisere: Das komme eben davon, wenn sich ein Mann um den Haushalt kümmere. Peter Fox schließlich sang „Schwarz zu Blau“ und lud alle anwesenden Hartz-IV- Empfänger in sein „Haus am See“ ein, das er sich vielleicht bald in Spandau kaufen werde.

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