Chipperfield-Entwurf : Lösung für Ku'damm-Bühnen möglich

David Chipperfield bietet eine Lösung für die Ku'damm-Bühnen. Das neue Theater soll über der künftigen Ladenpassage entstehen und einen großzügigen Eingang am Ku'damm erhalten. Klaus Wowereit unterstützt den Entwurf.

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Einigung in Sicht. Die Ku’damm-Bühnen sollen einen Neubau bekommen mit 650 Plätzen und einen Eingang am Boulevard. Foto: dpa
Einigung in Sicht. Die Ku’damm-Bühnen sollen einen Neubau bekommen mit 650 Plätzen und einen Eingang am Boulevard. Foto: dpaFoto: dpa

Der neue Entwurf des britischen Stararchitekten David Chipperfield könnte den jahrelangen Streit um die Ku’dammbühnen beenden: Das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm sollen einen Neubau mit 650 Plätzen bekommen, der sich nach Angaben des Architektenbüros „an der historischen Form des ranglosen Saaltheaters von Oskar Kaufmann orientiert“. Die Bühne läge direkt am Kurfürstendamm in der dritten Etage des Ku’damm-Karrees – und damit oberhalb einer geplanten Ladenpassage. Sie erhielte jedoch einen „eigenständigen, großzügigen Eingang“ direkt am Boulevard und darüber auch eine „weitläufige Panoramaterrasse“. Damit werde das Theater „stärker hervorgehoben als in allen bisherigen Entwürfen“, sagte ein Sprecher des irischen Investors Ballymore, der das Ku’damm-Karree für 500 Millionen Euro umgestalten will.

Am Dienstag hatten Architekt Chipperfield und Investorenvertreter das geänderte Konzept dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kultur-Staatssekretär André Schmitz vorgestellt. Mitarbeiter von Chipperfield informierten auch den Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) . Der Architekt habe „ein überzeugendes Konzept“ für das Ku’damm-Karree vorgelegt, sagte Wowereit am Mittwoch. Mit der „sehr attraktiven Lösung“ für das Theater könnten „alle Beteiligten zufrieden sein“. Intendant Martin Woelffer, der am Treffen mit Wowereit teilgenommen hatte, reagierte mit „großen Optimismus“ und hofft auf „schnelle Fortschritte“. Vom Tisch ist der Vorschlag Chipperfields, ein Theater an der Stelle des bisherigen Parkhauses in der Uhlandstraße zu errichten. Stattdessen ähnelt die neue Lösungsidee einem Kompromiss, den Martin Woelffer und sein Vater Jürgen bereits Ende 2008 mit dem Investor Ballymore geschlossen hatten. „Im Prinzip ist das jetzt die Basis“, sagte Woelffer, der einen Umzug an die Uhlandstraße abgelehnt hatte. Es komme hingegen nicht darauf an, ob der Theatersaal in der ersten, zweiten oder dritten Etage entstehe, solange es unten einen Eingang direkt am Ku’damm gibt.

Akzeptiert die BVV den Vorschlag?

Baustadtrat Gröhler lobte nicht nur den Entwurf für das Theater, sondern auch, dass die künftige Passage wie in Chipperfields erstem Konzept in einen neuen Stadtplatz an der Uhlandstraße münden solle. Das bedeute eine „Attraktivitätssteigerung“ an dieser Stelle. Offen sei aber noch, ob die BVV-Mehrheit die neue Lösung akzeptieren werde. Der Charlottenburg-Wilmersdorfer SPD-Fraktionschef Fréderic Verrycken wies darauf hin, dass der jüngste Beschlussvorschlag des Stadtplanungsausschusses eigentlich die Erhaltung mindestens eines Theaters im Originalzustand fordere.

Investorensprecher Armin Huttenlocher glaubt, dass „der Entwurf allgemein begeistern wird“. Dann könnte der Bau des neuen Ku’damm-Karrees Ende 2011 bis Anfang 2012 beginnen. Modellbilder will Ballymore übrigens derzeit nicht veröffentlichen. Dafür seien die Entwürfe noch zu wenig detailliert, hieß es. Der Planungsausschuss des Bezirks wird sich voraussichtlich im August mit den Ideen beschäftigen.

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