CITY SLANG : Dear Reader

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Morgen Abend spielen sie im Lido in Kreuzberg, und ich würde dringend raten, sich das anzuhören. Dear Reader sind ein tolles Beispiel für Globalisierung von Popmusik im positivsten Sinne: Sie stammen aus Johannesburg, doch ihre Lieder klingen so gar nicht nach Afrika. Nahe gelegt wurde mir die Band von einem Musiker aus Portland, Oregon. Und so ist nun auf einem Berliner Label das Album einer Band aus Südafrika erschienen, das ein Amerikaner produziert hat. Sängerin Cherilyn MacNeil hat eine anbetungswürdige Stimme, ihr Mitstreiter Darryl Torr hat für seine Produktionen mit dem Soweto Gospel Choir bereits einen Grammy bekommen. Direkt ins Herz fährt die enorm kunstfertige Musik von Dear Reader, die nur beim ersten oberflächlichen Hören als „zu brav“ kritisiert werden könnte. Die Lieder sind von unglaublicher Schönheit und entwickeln mit der Zeit eine emotionale Tiefe und Wirkung, wie ich sie selten erlebt habe. Songs wie Skulpturen und Melodien wie ein Bad im Honig. Aus einer der grimmigsten Städte dieser Welt. Es ist einfach nur erstaunlich.

Christof Ellinghaus ist Chef von City Slang

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