Club am Nollendorfplatz : Klare Verhältnisse im Goya

Wieder ein Neustart im Goya am Nollendorfplatz: Dieses Mal sollen regelmäßige Partys den Club retten.

Anne-Sophie Lang
Im Jahr 2005 feierte das Goya seine Eröffnung, doch das Konzept scheiterte.
Im Jahr 2005 feierte das Goya seine Eröffnung, doch das Konzept scheiterte.Foto: dpa

Im Goya läuft künftig alles nach einem festen Plan. Drei Partys die Woche. Jeden Donnerstag Disco Fox, Freitag und Sonnabend wechselndes Programm. Ein „Haus für Erwachsene“ solle es werden, sagt Clubmanager Bork Melms, vor allem aber eines, bei dem sich die Gäste auf das Konzept verlassen können. Denn verlassen konnte man sich beim Goya lange auf nichts. „Es schwingt noch viel aus der Vergangenheit mit“, sagt Melms. „Wenn ein Gast erst überlegen muss, ob ein Club auf hat oder nicht, ist das ganz schlecht.“

Um das imposante Theatergebäude am Nollendorfplatz, 1905 erbaut, ehemals Heimat der legendären Diskothek Metropol, gab es ein langes Hin und Her. 2005 hatte eine Aktiengesellschaft um Betreiber Peter Glückstein es umbauen lassen und dort den noblen Club Goya eröffnet. Die spektakuläre Pleite folgt wenige Monate später – die Gäste waren ausgeblieben. Später hatte die Unternehmensberatung Treugast, die auch das Tempodrom auf Vordermann gebracht hatte, das Gebäude gepachtet. Sie veranstaltete dort in unregelmäßigen Abständen hauptsächlich Events mit geladenen Gästen, etwa Firmenpartys. „Man wusste nicht genau, was man wollte“, sagt Bork Melms.

Im März diesen Jahres hat die Nollendorfplatz 5 Betreiber GmbH um Geschäftsführer Michael Andler und Clubmanager Bork Melms das Gebäude übernommen. Zuvor hatte ein anderer Interessent geplant, eine Spielothek zu eröffnen, „bei einem Haus mit so einer Geschichte ein Frevel“, findet Melms. Der 31-Jährige veranstaltete im Goya schon früher seine erfolgreiche Schwulenparty „Propaganda“. Sie findet dort künftig an jedem zweiten Sonnabend im Monat statt.

Andere regelmäßige Events werden etwa eine Schlager- und eine Singleparty sein, außerdem startet die „größte Ü30- Party Berlins“. Einmal im Monat können bei der „16plus-Party“ schon Teenager unter den Kronleuchtern des Tanzsaals feiern, sonst wendet sich der Club an ein gesetzteres Publikum. Den Musik-Mix kennt man aus dem Radio: 70er, 80er, 90er, das Beste von heute. Kein Elektro, kein House. Das neue Goya – den Namen wollten die Betreiber beibehalten, weil er Bekanntheit erlangt hat – positioniert sich bewusst im Mainstream. Alles andere, glaubt Melms, würde nicht funktionieren. „Musik, die nicht jedem gefällt, ist ein großes Wagnis.“ Das habe das Scheitern der Goya AG gezeigt.

Einige Änderungen haben die Betreiber im Vorfeld der neuen Saison vorgenommen: Die Lampen leuchten jetzt energiesparend, die Getränke kosten im Durchschnitt einen Euro weniger, die Klimaanlage funktioniert wieder. Die Gäste sollen sich wohlfühlen – und wiederkommen.

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