Comedy : Voulez-vous Kartoffelsupp?

Echt französisch: Helge Schneider stellte im Admiralspalast seine neue Tournee vor. Die ist zwar erst im Frühjahr, aber ein bisschen Vorfreude kann ja nicht schaden.

Helge Schneider präsentiert neues Programm
Volle Kelle. Helge Schneider gab einen Vorgeschmack auf seine neue Tournee.Foto: dpa

Helge Schneider muss gar nichts Spektakuläres tun, um witzig zu sein. Bei der Ankündigung seiner Frühjahrstour am Montag im Admiralspalast trägt er eine weiße Kochmütze, klopft mit einer Kelle auf einem riesigen Topf herum und grinst. Später spielt er „Lasst uns froh und munter sein“ auf der Mundharmonika. Klar, manche Leute wird der zarte Mann mit dem schalkhaften Blick nie zum Lachen bringen. Die anderen sind Fans.
Mütze, Kelle und Topf sind, neben einer großen Auswahl an Deko-Knollen, bewusst gewählte Requisiten. „Wullewupp Kartoffelsupp?“ heißt Helge Schneiders neue Tournee. Der Titel, erzählt Schneider , soll Französisch sein: „Voulez-vous Kartoffelsupp?“ Das Management kündigt denn auch genüsslich eine „toll gemanschte Konzertsuppe“ an. Schneider selbst aber stellt klar, dass ihn der Tour-Name eigentlich wenig interessiert. Früher habe man so was auch nicht gebraucht: „Wenn Ray Charles kam, da stand da ,Ray Charles’. Dann kam der da hin, und alle waren happy.“

Hauptsache Quatsch machen

Bei Helge Schneider läuft das ähnlich, mit oder ohne Suppe. Der 1955 in Mülheim an der Ruhr geborene Unterhaltungskünstler ist längst sein ganz eigenes Markenzeichen. Zwar stehen für Februar noch keine Programmdetails fest. So richtig ist das aber ohnehin nicht vorhersagbar. Eine sechsköpfige Jazz-Band wird neben Helge auf der Bühne stehen, so viel weiß man schon. Auch ein paar alte Hits werden gespielt, zum Beispiel „Katzeklo“. Und dann gibt es natürlich Schneiders typische Nonsens-Improvisationen – Sprach-Jazz, der jeden Abend einzigartig macht. Der Meister bringt seine Arbeit so auf den Punkt: „Musik machen, Leute zum Lachen bringen, Quatsch machen, Fantasie!“

Bei allem Quatsch lässt Schneider sich auch Ernsthaftes entlocken. In Anspielung auf den Tour-Titel sagt er: „Wie jedes Jahr gehe ich auf Tournee, um genügend Kartoffeln zu haben.“ Und erzählt von seinen Anfangsjahren als brotloser Jungkünstler, als er die Hälfte der 100 Mark, die er im Monat zur Verfügung hatte, für zwei, drei Säcke Kartoffeln ausgeben musste.

35 Jahre auf der Bühne

Helge Schneiders 35-jähriges Bühnenjubiläum, das für 2009 angekündigt ist, ist allerdings eher ein Gag. Denn auf der Bühne stand er schon mit 14, und seinen Lebensunterhalt verdient er erst seit seinem 21. Lebensjahr als Künstler. Weil er immer ein bisschen zu beschwingt spielte, blieb er auf Jazz-Sessions oft alleine auf der Bühne. Irgendwann, erzählt Schneider, habe er sich dann eben für eine Solo-Karriere entschieden. Mittlerweile kann er von Musik und Fantasie gut leben. Vielleicht, sagt er, werde er nach „Jazzclub“ (2006) und seiner Gastrolle als Hitler in Dani Levys „Mein Führer“ (2007) auch mal wieder einen Film drehen. Die Freude darüber gibt er an sein Publikum weiter. „Seifenblasen des Glücks“, steht auf dem Tourplakat. Das klingt ironisch. Aber nur ein bisschen.

Admiralspalast, 24. Februar bis 8. März, Tickets unter Tel. 01805–570099 oder unter www.semmel.de

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