Computerspiele : Auf nach Aventurien

Das Computer-Rollenspiel "Das schwarze Auge - Drakensang" wurde ausgezeichnet. Die Fantasy-Welt, in die Spieler ab zwölf Jahren eintauchen können, wurde gleich in zwei Kategorien geehrt – als bestes Spiel und als bestes Jugendspiel.

Karolin KorthaseD

Dunkel ist es in den Räumen der Firma „Radon Labs“ in der Treptower Bouchéstraße. Um die 80 meist männliche Spieleentwickler sitzen vor ihren Bildschirmen und tüfteln an der Fortsetzung des preisgekrönten Rollenspiels „Das schwarze Auge – Drakensang“. Die Fantasy-Welt, in die Spieler ab zwölf Jahren eintauchen können, wurde, wie berichtet, am Dienstag mit dem erstmals verliehenen Computerspielepreis gleich in zwei Kategorien geehrt – als bestes Spiel und als bestes Jugendspiel. Übergeben wurden die mit insgesamt 150 000 Euro dotierten Auszeichnungen in München.

Bernd Beyreuther, der 38-jährige Geschäftsführer von „Radon Labs“, kann den Erfolg immer noch nicht fassen. Fünf Jahre lang hatte der gelernte Trickfilmzeichner mit einem Team von 60 Spieleentwicklern an „Drakensang“ gearbeitet und eine bunte Abenteuersaga kreiert. Rund 1000 Seiten umfasste das Manuskript um die fantastische Welt Aventurien und den Berg Drakensang. „Ziel war es, eine freundliche Welt zu schaffen, die auch für Jugendliche ab zwölf Jahren zugänglich ist“, erläutert Beyreuther.

Um sich vom Fantasy-Klassiker „Herr der Ringe“ abzuheben, hält sich „Drakensang“ an die Zeit des europäischen Mittelalters und zeigt beispielsweise auch Kirchen. Verwendet wurden Fotos aus dem Rheinland und Franken, so erreichte man eine besonders realistische Grafik.

Die Figuren, mit denen die Spieler die Abenteuer bestreiten, sind frei wählbar. Zu Beginn des Spieles stehen um die 40 bunte Charaktere zur Auswahl, darunter Zwerge, Elfen und Magier. Besonders 30- bis 35-Jährige, von denen ungefähr die Hälfte Frauen sind, erliegen dem Charme des Mittelalter-Spiels, was zunächst verwundern mag. Beyreuther glaubt, für diese Zielgruppe liege der Reiz darin, dass sich das neue Spiel an das in den Neunzigern vor allem bei Studenten beliebte Spiel „Das schwarze Auge“ anlehne. Schon dieses spielte in der fiktiven Welt Aventurien.

Was „Randon Labs“ genau mit dem üppigen Preisgeld anfangen wird, weiß Beyreuther noch nicht. Zunächst einmal freut sich der passionierte Tüftler und Spieler auf die Weiterentwicklung der Charaktere: Im nächsten Jahr soll die Fortsetzung von „Drakensang“ erscheinen. Karolin Korthase

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