Stadtleben : CSD 2007: Parade, Party und Protest

Es ist die einzige Sommerparade, die Berlin nach dem Wegfall der Loveparade geblieben ist: der Christopher Street Day (CSD). Am 23. Juni wird die Demo der Homosexuellen wieder hunderttausende Besucher anlocken. Im vorigen Jahr zählten die Veranstalter 450 000. Thematisch beschäftigt sich der CSD 2007 mit dem Thema Arbeitswelt. „Vielfalt sucht Arbeit“ lautet das Motto. „Bis zu 80 Prozent aller Schwulen und Lesben werden am Arbeitsplatz diskriminiert“, erklärt CSD-Vorstand Jan Salloch und fordert, jeglicher Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der Schule entgegenzutreten. Während der Abschlusskundgebung werden am 23. Juni vier Preise für Zivilcourage vergeben. Ausgezeichnet wird unter anderem ver.queer, der Bundesarbeitskreis Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender bei Verdi.

Dem CSD gehen zwei schwul-lesbische „Pride Weeks“ voraus: Zum Auftakt am kommenden Donnerstag hisst der Regierende Bürgermeister die Regenbogenflagge vor dem Roten Rathaus. Die Pride Week 2007, Europas größtes lesbisch-schwules Kulturfestival, beginnt dann am Sonnabend, dem 9. Juni. Veranstaltungsorte sind unter anderem die Bar jeder Vernunft, das BKA-Theater, das Chamäleon und das Freiluftkino Friedrichshain. Speziell an Jugendliche richten sich die Berlin Respect Gaymes, die ebenfalls am Sonnabend ab 9.30 Uhr im Ludwig-Jahn-Sportpark laufen: Die Jugendlichen können an Fußball- oder Streetballturnieren teilnehmen oder sich in Box-, Theater- und Breakdance-Workshops ausprobieren. Das lesbisch- schwule Straßenfest des Regenbogenfonds e.V. rund um die Motzstraße steht am 16. und 17. Juni unter dem Motto „Gleiche Rechte für Ungleiche“. Einziger Wermutstropfen der zwei vollgepackten Wochen: Das für den 22. Juni angesetzte Elton-John-Konzert wurde abgesagt. rni

Weitere Informationen unter

www.csd-berlin.de

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