Der Berg ruft : Zum Jodeln auf den Teufelsberg

Ein Bayer gibt Kurse im Jodeln. Für Neugierige sind noch Plätze frei.

Sebastian Leber

BerlinDie erste Übung ist simpel. Ein tiefes „Hulljo“, danach ein hohes „Düüü“ und ein „Rüüü“. Zusammen: „Hulljodüüürüüü.“ Diesen Jodelruf habe er bisher noch jedem seiner Seminarteilnehmer beigebracht, sagt Josef Ecker. Seit zehn Jahren gibt der Musiklehrer aus dem Chiemgau bundesweit Seminare, am kommenden Wochenende ist er in Berlin. Achteinhalb Stunden dauert ein Kurs, am Sonnabend übt Ecker mit Anfängern, am Sonntag mit Fortgeschrittenen, es sind noch Plätze frei.

Als Trainingsort hat der 60-Jährige den Teufelsberg ausgewählt. Denn eine Grundregel des Jodelns lautet: In der Höhe klingt es am besten. „Das hat erstmal nichts mit der Akustik zu tun“, sagt Ecker. „Sondern mit dem Ausblick. Auf Bergen fühlt man sich automatisch stolz und erhaben und nimmt eine Körperhaltung ein, die viel Resonanzraum bringt.“

Die Teilnehmer der Kurse haben laut Ecker eines gemeinsam: „Sie sind neugierig.“ Und sie haben sich nicht von dem immer noch weit verbreiteten Vorurteil abschrecken lassen, dass Jodeln nur ein Spaß sei. „Tatsächlich ist es eine Kunstform des Singens. Und es kann eine echte Bereicherung sein, weil es entspannt.“ Dass die Norddeutschen den Bergrufen gegenüber skeptischer sind, hält Ecker für ein böses Gerücht. Als er seinen Kurs in Hamburg durchführte, wollten die Teilnehmer gar nicht mehr aufhören. Sie haben sogar zu tanzen angefangen.

Die Teilnahme kostet 40 Euro. Kontakt gibt es über die 0170/ 324 28 70 oder das Internet: www.jodelseminar.net

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