Stadtleben : Deutsche Schreiber proben den Aufstand

„In Hollywood ist es bestimmt wärmer“, scherzt „Tatort“-Drehbuchautor Pim Richter (60). Wie 40 andere Schreiber demonstrierte er gestern Mittag vor dem Brandenburger Tor für bessere Honorare und mehr Rechte am Drehbuch. „We support Writers Guild of America“, steht auf den schwarz-roten Schildern. Vorbild der Aktion des Verbands Deutscher Drehbuchautoren (VDD), der 420 Mitglieder zählt, sind die Hollywood- Autoren, die seit fast einem Monat die amerikanische Traumfabrik lahmlegen. Auch in Dublin, Paris, Amsterdam, London, Sydney und Toronto wollen Drehbuchautoren jetzt auf die Straße gehen. „Wir fordern eine stärkere Beteiligung an der Weiterverwertung der Drehbücher im Internet oder auf DVD“, sagt VDD-Geschäftsführerin Katherina Uppenbrink. Bislang muss auch ein deutscher Autor bei Vertragsabschluss oft sämtliche Rechte am Drehbuch abgeben. Wird einer seiner Filme im TV wiederholt, als DVD vermarktet oder ins Internet gestellt, sieht der Drehbuchverfasser oft kein Geld. „Unerträglich“, findet das „Tatort“-Schreiber Richter. Trotzdem sind nur wenige seiner etwa 800 deutschen Kollegen zur Demonstration gekommen. Viele Autoren, erklärt Richter, würden sich „hinter dem Schreibtisch verstecken“. Genau deshalb sei es so leicht, sie über denselben zu ziehen. wed

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